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Konzerthaus Wien: Jede Aufnahme bleibt ein Abenteuer. Der Dirigent kann schlecht disponiert sein, die Musiker missmutig, das Equipment schlecht gelaunt, und das Aufnahmeteam überlastet. Doch diesmal war im Konzerthaus die Welt in Ordnung. Die Symphoniker, typischerweise ja kein leicht zu begeisterndes Orchester, stimmten Kreizberg willig zu und liefen zu großer Form auf. Es war bemerkenswert, wie selbst schwierige Passagen am Ende der Probenstunden plötzlich gelangen, und Kreizberg auch die Abschnitte der Korrekturen wissend wählte. Das Equipment wiederum war durch kein Gewitter aus der Ruhe zu bringen, und die drei holländischen Tongurus der niederländischen Firma Polyhymnia, die im Studio im zweiten Stock Platz genommen hatten, waren mit der Saalakustik wie mit der künstlerischen Leistung durchaus zufrieden. Polyhymnia, eine Gründung ehemaliger Philips-Tonmeister, nimmt nun eigenständig für mehrere Firmen auf, vor allem aber für das ihnen nahe stehende Label Pentatone, einem Vorreiter für DSD-Aufnahmen. DSD ist die Basis-Technologie für SA-CD, und während der Großteil der Firmen noch mit PCM-Technik aufnimmt und dann für die SA-CD wandelt, sind die Polyhmynier stolz darauf, dass sie im DSD-Medium auch "schneiden" können. Schneiden hat mit dem klassischen Cutten nichts mehr zu tun: Die Edits oder Takes der Musik werden auf einer 11-GB-Festplatte gespeichert und dann daheim in Holland vom Produzenten mit dem Editor ausgewählt und zu einem neuen Kunstwerk verbunden. Erschwerend kam dazu, dass sämtliche Mikrofone wegen eines anderen Konzerts abgebaut werden mussten, und dazu eine Verschmelzung des Klangs bei vollem und leeren Saal erzielt werden musste, da Bruckners "Siebente" als "Livekonzert-Mitschnitt" fungiert. Und daher nur häppchenweise aus den Proben ergänzt werden sollte. Während der Proben und Detail-Aufnahmen sind alle drei Polyhymnier in ihre Partituren vertieft. Vor allem Job Maarse macht sich bei jedem kleinsten Fehler Notizen, während der ebenfalls eifrig mitschreibende Roger de Schot zusätzlich zur DSD-Speicherung noch Kontroll-CDRs mitlaufen lässt. Die Aufnahme wird über eine genau platzierte 5.0-Anlage kontrolliert, wobei sich der Stereo-Mix ganz anders präsentiert als der allein mit dem Raumhall des Großen Konzerthaus-Saals angereicherte Multichannel-Mix: Wirkt Stereo schön tiefengestaffelt und auch detailgetreu, was die einzelnen Solisten-Positionen anlangt, so weitet sich bei Surround nicht nur das Panorama. Groot platziert nach einer bestimmten Basisaufstellung seine fünf Hauptmikrofone, die sparsam durch Stützmikrofone bei manchen Musikergruppen konturiert werden. Die Musik gewinnt in Surround an Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, ohne an innerer Feinzeichnung zu verlieren. Es fehlt der gewisse Vorzeige-harakter, den Stereo immer zu enthalten scheint: "Hier spielt die Oboe, hier die Trompete". Multichannel/Surround wirkt einfach "natürlicher". So weit das die Kunstwelt einer Disc eben vermitteln kann. Und auch so will (man denke nur an die bewussten Surroundeffekte mancher Aufnahmen). Auch der Centerkanal sei extrem wichtig, weil er extreme Kanalwechsel eines Solisten verhindere. In einer Pause spielt er auch andere Polyhymnia-Aufnahmen an. So macht Musik auch im Studio Spaß. Kein Stressklang, keine schärfelnden Höhen, kein Klirr bei exponierten Sängern - so vollendet müsste man das auch daheim in den Griff bekommen. Was auffällt, ist die Lust der Techniker, immer noch Neues zu erproben, die Van-den-Hul-Kabel etwa oder die Mikrofon-Wandler. Und auch der Stromversorgung sah man ihre Nähe zum Labor noch an. Die DSD-Wandler Fotos und Text: Ludwig Flich Wen die Geschichte und die Hintergründe von Polyhymnia interessiert, der findet etliche Information auf www.polyhymnia.com Details zu Pentatone, die seit Anfang alle ihre SA-CDs immer mit zusätzlicher CD-Schicht versahen, und zudem Philips-Aufnahmen aus den 70er-Jahren erstmals in ihrer 4.0-Quadro-Version veröffentlichen, lesen Sie auf www.pentatonemusic.com Die SA-CDs mit Walzern von Johann Strauß wie auch die Bruckner-Symphonie sind in Österreich über Gramola, Wien, erhältlich.
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Unserere Mikrofone stammen von Neumann - km 130 and km 143 capsule, DPA 4006 und 4011 capsule, weiters Schoeps MK41 capsule, alle mit dem von Polyhymnia speziell designten Mikrofon-Vorverstärker. "Again Jeroen Olde-Dubbelink spent a great deal of time perfecting his design. The microphone electronics needed to work on standard 48V phantom, be interference-proof, and be easily modified to work with many different microphone models. The microphone signal goes through A van Hul cables directly into our own built microphone pre-amps. The line output of the 5 main microphones goes directly to the DCS DSD converters. The other signals our mixed in the modified Polygram mixer to three channels and also fed to the DCS DSD converters. We record the 8 track direct stream digital signals onto hard disk with Pyramix workstation and for back up onto tape as well.
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