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Multimedia Tipps Nr.14

BASIC:
DER TUNER

So gut kann Rundfunk sein - die Frage ist nur, welcher?

Der Tuner ist das lautsprecherlose Radio der HiFi-Kette. Es ist ein Gerät, über das heute niemand mehr nachdenkt. Meist wird er mit einem Verstärker zum "Receiver" zusammen gefasst oder - immer seltener - als Einzelgerät verkauft.
Tuner für analogen UKW-Empfang besitzen automatischen Suchlauf, RDS-Kennung und einen Klang, der die Möglichkeiten der Frequenz-Modulation (FM = UKW) voll ausnützt.
Nur allerbeste (und sehr teure) UKW-Tuner kommen mit dem analogen Rauschen - immer eine sehr gute Dachantenne vorausgesetzt - besser zu recht, ansonsten ist es in leisen Stellen leicht zu orten. Auch Kabel-Empfang kann am Ergebnis nichts ändern; meist wirkt hier der Klang nicht atemberaubend.
Die Alternative zu analogem Rauschen heißt Digitales Radio. Sieht man vom digital übertragenen Internet-Radio ab, das durchwegs an allen möglichen Klangkrankheiten leidet, so gibt es immerhin drei Möglichkeiten, rauschfrei und daher dynamisch Musik zu genießen: ADR, DVB und DAB.

Vom Himmel hoch...
ADR oder "Astra Digital Radio" gibt es schon seit einigen Jahren. Man findet es nur via Satellit, wie der Name besagt, auf dem Astra-"Gestirn" zwischen den analogen Fernseh-Programmen angesiedelt. Mittels eines ADR-Tuners kann man erkleckliche Anzahl von Stationen einfangen. Wenn Analog-TV durch Digital-TV abgelöst werden sollte, was für das Jahr 2010 festgelegt ist, dann könnte davon auch ADR betroffen sein. Aber bis dahin gibt es noch neun Jahre ungestörten Empfangs. Die wenigen ADR-Tuner sind relativ preiswert.
Zukunftssicher ist DVB, das "Digital Video Broadcasting" oder einfacher: Digital-TV. Hier werden bereits jetzt mit den digitalen TV-Programmen auch viele Radio-Programme digital übertragen. Die leichteste Empfangsform läuft derzeit über Satellit (DVB-S) - über die digitalen Astras -, wobei auch Modelle für Kabel-Empfang (DVB-C) vorbereitet werden.
DVB-S-Receiver, manche sogar mit eingebauter Festplatte zum Archivieren oder zeitversetzten Schauen von Sendungen, sind ab heuer lieferbar.
Der Klang von DVB-S-Radio kann im weitesten Sinn CD-ähnlich genannt werden, hängt aber, wie so viele digitale Medien, von der ausgestrahlten Datenrate ab.
Terrestrischer Empfang, also DVB-T, für das einer normale Antenne ausreicht, ist in den USA, England und Teilen von Frankreich und Spanien möglich; hierzulande werden noch Jahre vergehen. In Nord-Deutschland gibt es seit heuer Versuche, Radioprogramme auch über dieses DVB-T anzubieten.

...oder vom nächsten Sender
Aber das besitzt auch eine politische Komponente, da europaweit längst eine andere Norm für Erdempfang vorgesehen ist: nämlich DAB. "Digital Audio Broadcasting" wurde, wie der Name sagt, für das Radiohören entwickelt. DAB, das seit heuer auch unter dem Namen "DigitalRadio" angeboten wird, ist in England, weiten Teilen Deutschlands, in Skandinavien und Frankreich verbreitet. In Österreich kann man DAB derzeit nur im Großraum Wien und um die Brenner-Autobahn inklusive dem Raum um Innsbruck empfangen. Die Programm-Anzahl ist - im Gegensatz zu allen Sat-Receivern - auf öffentlich-rechtliche Programme beschränkt: genau auf Ö3, FM4, Regional und Ö1.
Die Stärke von DAB ist einmal der rauschfreie, CD-ähnliche Klang; als Antenne benötigt man bloß eine normale T-Wurfantenne, ähnlich bisherigen UKW-Strippen. Dann kann DAB auch im Auto empfangen werden, wobei die Info-Services jene aktueller Verkehrs-Informationen weit übertreffen - vorausgesetzt, der Sender strahlt den entsprechenden Service aus. Ja es sind sogar Bilder mitzuliefern.
Ein wirklich nutzbarer Vorteil beim mobilen Empfang ist die unentwegte Sender-Kontrolle, welche ein Umschalten oder Programmsuchen völlig unnötig macht, auch wenn man etwa Ö3 von Wien bis Vorarlberg durchhören will. Man bleibt ohne Umschalten immer auf Sendung.
DAB-Tuner für daheim sind infolge der aufwändigen Technik teuer. Sie zählen zur Spitzenklasse und werden bloß von einer Handvoll Firmen hergestellt. DAB-Tuner fürs Auto, fast immer mit UKW kombiniert, findet man dagegen schon häufig und bei allen namhaften Herstellern - ab heuer zu günstigeren Preisen.
Hierzulande zahlt sich die DAB-Umstellung in drei Fällen aus: Wenn Sie viel im Ausland unterwegs sind, wenn Sie rauschfreien Klang für Ihr Musikerlebnis als wichtig erachten und wenn Sie Satellit nicht empfangen können. Vorausgesetzt, sie leben in einem der beiden heimischen DAB-Zonen.

In der nächsten Woche: Digitale Aufnahmegeräte - Was können CD-Recorder?