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Mein Ur-Erlebnis mit einem Stabilisator hatte
ich vor etwa zehn Jahren in Paris. Röhren-Guru Jean Hiraga präsentierte einen
Mittelklasse-CD-Player, kombiniert mit einem Röhren-Verstärker (Lectron). Und
"Digital" klang hier einfach toll.
Das Geheimnis lüftete Hiraga nach der Vorführung: Unter dem HiFi-Rack war eine
Computer-Stromversorgung verborgen, aus welcher der Player seinen gereinigten
Strom nuckelte.
Sauberer Strom ist, wie ich schon letztes Mal berichtete, zum Grund-Nahrungsmittel
für jede Elektronik. In einer Zeit, in der auch das Stromnetz von Störungen
verseucht ist, und schlechte Kabel auch Störungen wie Antennen verstärken, muss
sich der Musikfreund einiges einfallen lassen, um seinen Geräten optimale Betriebs-Bedingungen
zu bieten.
Durchdachte Strom-Kabel sind das eine. Sie bringen oft dramatische Verbesserungen,
und dennoch: Gegen lästige Strom-Schwankungen und gefährliche Spannungsspitzen
kann man damit nichts ausrichten.
Dafür benötigt man Strom-Conditioner
Die Computer-Version, die USV/UPS (Unterbrechungsfreie
Stromversorgung/ Uninterruptible Power Supply) genannt wird, hat vor allem den
Zweck, im Fall von Überspannungen oder Strom-Ausfällen Netzwerken zumindest
ein geregeltes Herunterfahren zu ermöglichen, wenn nicht sogar den Betrieb noch
geraume Zeit aufrecht zu halten. Sie warnen im Störungsfall zuerst durch einen
Pfeifton und laden dann Strom aus angehängten Akkus nach.
Auch im normalen Betrieb liefern sie sinus-ähnlichen Strom, der allerdings bei
den meisten Designs durch relativ hohe Klirrwerte angereichert ist. Das stört
zwar keinen PC, aber man hört ihn in der Musik, die zwar an Plastizität gewinnt,
aber eben nicht ganz sauber klingt.
Das brachte einige Entwickler in der HiFi-Szene darauf, eigene audiophile Stromversorgungen
anzubieten.
Die einfachste Formen sind Trenntrafo und Netzfilter, wobei Hör-Experimente
besser sind als vorgefasste Meinungen. In einigen Fällen bringt auch ein Trenntrafo
mehr Sauberkeit, in anderen wieder ein Netzfilter. Trenntrafos bilden aber eine
harte Barriere, die sich klanglich auch als Emotionsverlust darstellen kann.
Auch Filter gerieten durch die Jahre in den Verruf, Dynamik einzuebnen. Es hängt
aber - wie immer - vom Können des Entwicklers ab. An Netzfilter gehören nur
CD-Player, CD- oder MD-Recorder und maximal eine Vorstufe, aber so gut wie nie
Endstufen.
Der Klang mit Netzfiltern (etwa Power Wedge und Tice aus den USA, und Burmester
HMS, tmr, Audioplan und Audio Agile aus Deutschland) wirkt zumeist ruhiger und
durchsichtiger, weil gute Designs den feinen Rauschpegel innerhalb der HiFi-Kette
senken; bei zu hoher Unterdrückung kann es allerdings auch zu nett und im Extremfall
auch mulmig klingen.
Stabilität wie im Umspannwerk
Die nächste Stufe heißt Stabilisator. Hier wird
die Spannung etwa genau auf 230V gehalten. Einfache Modelle (etwa Furman aus
den USA) halten innerhalb eines bestimmten Bereichs die 230V-Spannung; schwankt
der Strom stärker, so verändert sich auch die Einsatzmöglichkeit.
Die bisher erfolgreichste Stabilisatoren-Generation erzeugt den Strom quasi
neu. Klar, dass hier die höchsten Preise zu zahlen sind (so ab etwa 3000 ),
aber dafür kommt der Strom wie bei einem Umspannwerk frisch aus den Buchsen.
Accuphase aus Japan und PS Audio aus den USA heißen hier die bekanntesten Firmen.
Bei den Accuphase Strom-Generatoren wird eine reine 230Volt-Sinuswelle mit maximal
2%-Abweichung und nur 0,3% Klirr geriert.
Die "Power Plants" von PS Audio erzeugen nicht nur verschiedenste
Stromspannungen, sondern mixen auf Wunsch sogar unterschiedliche Frequenzen
(etwa 60Hz mit 90Hz). Wer glaubt, schon alles gehört zu haben, wird Ohren machen:
Raumabbildungen und musikalische Feinzeichnungen lassen sich allein durch die
Stromqualität verändern.
Ein Anbieter aus Österreich bietet einen (nicht stabilisierenden) Generator an, der dem Strom seine wichtigen Sinuswellen-Form wiedergibt. Auch das äußert sich in mehr Plastizität der Wiedergabe, in deutlicher Präsenz der Musiker.
PS. Kombinieren Sie nicht mehrere Filter mit einander oder mischen sie Filter
mit Stabilisatoren: Meist klingt es nachher gebremst, also schlechter. Ein einziger
Strom-Conditioner allein kann dagegen der Anlage die richtige Kondition bringen.
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| Zwei High-End-Beispiele audiophiler Strom-Aufbereitung: links eine "Clean Power Supply" von Accuphase mit Anzeige für Gesamt-Leistung der Anlage und Klirr vor und nach der Strom-Kur; rechts ein "Power Plant" von PS Audio mit (hier unsichtbarer) Anzeige von Spannung, Frequenz oder Multiwave-Frequenz-Mix. Fotos: lf | |
Fortsetzung nächste Woche:
Discs und Tapes langlebig lagern und richtig behandeln