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Multimedia Tipps Nr.7

BASICS:
Der Strom
(Teil 2)

Mehr Condition durch Netzfilter und Stabilisatoren

Mein Ur-Erlebnis mit einem Stabilisator hatte ich vor etwa zehn Jahren in Paris. Röhren-Guru Jean Hiraga präsentierte einen Mittelklasse-CD-Player, kombiniert mit einem Röhren-Verstärker (Lectron). Und "Digital" klang hier einfach toll.
Das Geheimnis lüftete Hiraga nach der Vorführung: Unter dem HiFi-Rack war eine Computer-Stromversorgung verborgen, aus welcher der Player seinen gereinigten Strom nuckelte.
Sauberer Strom ist, wie ich schon letztes Mal berichtete, zum Grund-Nahrungsmittel für jede Elektronik. In einer Zeit, in der auch das Stromnetz von Störungen verseucht ist, und schlechte Kabel auch Störungen wie Antennen verstärken, muss sich der Musikfreund einiges einfallen lassen, um seinen Geräten optimale Betriebs-Bedingungen zu bieten.
Durchdachte Strom-Kabel sind das eine. Sie bringen oft dramatische Verbesserungen, und dennoch: Gegen lästige Strom-Schwankungen und gefährliche Spannungsspitzen kann man damit nichts ausrichten.

Dafür benötigt man Strom-Conditioner

Die Computer-Version, die USV/UPS (Unterbrechungsfreie Stromversorgung/ Uninterruptible Power Supply) genannt wird, hat vor allem den Zweck, im Fall von Überspannungen oder Strom-Ausfällen Netzwerken zumindest ein geregeltes Herunterfahren zu ermöglichen, wenn nicht sogar den Betrieb noch geraume Zeit aufrecht zu halten. Sie warnen im Störungsfall zuerst durch einen Pfeifton und laden dann Strom aus angehängten Akkus nach.
Auch im normalen Betrieb liefern sie sinus-ähnlichen Strom, der allerdings bei den meisten Designs durch relativ hohe Klirrwerte angereichert ist. Das stört zwar keinen PC, aber man hört ihn in der Musik, die zwar an Plastizität gewinnt, aber eben nicht ganz sauber klingt.
Das brachte einige Entwickler in der HiFi-Szene darauf, eigene audiophile Stromversorgungen anzubieten.
Die einfachste Formen sind Trenntrafo und Netzfilter, wobei Hör-Experimente besser sind als vorgefasste Meinungen. In einigen Fällen bringt auch ein Trenntrafo mehr Sauberkeit, in anderen wieder ein Netzfilter. Trenntrafos bilden aber eine harte Barriere, die sich klanglich auch als Emotionsverlust darstellen kann.
Auch Filter gerieten durch die Jahre in den Verruf, Dynamik einzuebnen. Es hängt aber - wie immer - vom Können des Entwicklers ab. An Netzfilter gehören nur CD-Player, CD- oder MD-Recorder und maximal eine Vorstufe, aber so gut wie nie Endstufen.
Der Klang mit Netzfiltern (etwa Power Wedge und Tice aus den USA, und Burmester HMS, tmr, Audioplan und Audio Agile aus Deutschland) wirkt zumeist ruhiger und durchsichtiger, weil gute Designs den feinen Rauschpegel innerhalb der HiFi-Kette senken; bei zu hoher Unterdrückung kann es allerdings auch zu nett und im Extremfall auch mulmig klingen.

Stabilität wie im Umspannwerk

Die nächste Stufe heißt Stabilisator. Hier wird die Spannung etwa genau auf 230V gehalten. Einfache Modelle (etwa Furman aus den USA) halten innerhalb eines bestimmten Bereichs die 230V-Spannung; schwankt der Strom stärker, so verändert sich auch die Einsatzmöglichkeit.
Die bisher erfolgreichste Stabilisatoren-Generation erzeugt den Strom quasi neu. Klar, dass hier die höchsten Preise zu zahlen sind (so ab etwa 3000 €), aber dafür kommt der Strom wie bei einem Umspannwerk frisch aus den Buchsen.
Accuphase aus Japan und PS Audio aus den USA heißen hier die bekanntesten Firmen. Bei den Accuphase Strom-Generatoren wird eine reine 230Volt-Sinuswelle mit maximal 2%-Abweichung und nur 0,3% Klirr geriert.
Die "Power Plants" von PS Audio erzeugen nicht nur verschiedenste Stromspannungen, sondern mixen auf Wunsch sogar unterschiedliche Frequenzen (etwa 60Hz mit 90Hz). Wer glaubt, schon alles gehört zu haben, wird Ohren machen: Raumabbildungen und musikalische Feinzeichnungen lassen sich allein durch die Stromqualität verändern.
Ein Anbieter aus Österreich bietet einen (nicht stabilisierenden) Generator an, der dem Strom seine wichtigen Sinuswellen-Form wiedergibt. Auch das äußert sich in mehr Plastizität der Wiedergabe, in deutlicher Präsenz der Musiker.
PS. Kombinieren Sie nicht mehrere Filter mit einander oder mischen sie Filter mit Stabilisatoren: Meist klingt es nachher gebremst, also schlechter. Ein einziger Strom-Conditioner allein kann dagegen der Anlage die richtige Kondition bringen.


Zwei High-End-Beispiele audiophiler Strom-Aufbereitung: links eine "Clean Power Supply" von Accuphase mit Anzeige für Gesamt-Leistung der Anlage und Klirr vor und nach der Strom-Kur; rechts ein "Power Plant" von PS Audio mit (hier unsichtbarer) Anzeige von Spannung, Frequenz oder Multiwave-Frequenz-Mix. Fotos: lf



Fortsetzung nächste Woche:
Discs und Tapes langlebig lagern und richtig behandeln