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Die Geschichte vom wichtigen Strom erinnert
an den alten Witz, wo der kleine Maxi in der Schule erklärt, dass man keine
Kühe braucht - Milch gibt es ohnehin im Supermarkt.
Wozu also über Strom philosophieren? Kommt er nicht ohnehin aus der Steckdose?
Unentwegt, egal ob von WienStrom, EVN oder Verbund geliefert, egal ob aus kalorischen
Werken oder Wasserkräften gewonnen.
Strom zählt zu den unterschätzten Nebensächlichkeiten im Haushalt. Man bemerkt
ihn nur dann, wenn er ausfällt. Doch steuert dieses Grundnahrungsmittel jeder
Elektronik vor allem HiFi- und Multimedia-Geräte sensibler, als man glaubt.
Gerade in Städten gibt millionenfache Möglichkeiten für Störfelder, die von
Küchenmaschinen genau so gern erzeugt werden wie von Handys und Computern. Und
natürlich von allen Digital-Playern selbst.
Deshalb hat sich bei Audiophilen der Trend durchgesetzt, erst spätabends aufzuspielen
- angenehme Nachbarn vorausgesetzt. Da beginnt Musik nämlich zu leben.
Statt Funktion gibt es Leistung
Interessanter Weise schöpft man mit den beigepackten
Stromkabeln das Potenzial von Geräten ebenso wenig aus wie mit dünnen Tonkabeln.
Beide bieten nur Funktion, nicht aber Leistung. Das gilt auch für Billig-Steckerleisten
aus Supermärkten.
Es erstaunt immer wieder, dass gerade der letzte Meter vor dem Gerät mit richtigen
Kabeln so viel Einfluss nehmen soll, wo sich doch der Strom vorher durch die
dünne Wohnungs-Sicherung und in alten Häusern auch oft durch alte Leitungen
quetschen muss.
Aber viele der im Stromnetz eingestreuten Fehler lassen sich durch spezielle
Netzkabel beseitigen. Ihr Innenleben entspricht im weitesten Sinn einem Schadstoff-Filter.
Störungen oder Strom-Unreinheiten, die im Netz mitschwimmen, werden herausgefischt.
Die Elektronik bekommt dann nur den besten Saft - frisch wie vom Umspannwerk.
Manche Kabel lassen so den Klang dynamischer auf- und abschwellen, andere wieder
fächern ihn dazu transparenter auf. Musiker spielen körperhafter, stehen dreidimensionaler
im Raum, und nervender Klirr nimmt ab.
Voraussetzung ist, dass die Elektronik über sogenannte "Kaltgeräte"-Anschlüsse
verfügt (als "IEC" weit verbreitet bei klangbewussten Firmen); bei
Flachsteckern hilft eine gute Netzsteckerleiste. Perfektionisten rüsten alle
Geräte bis zum MiniDisc-Recorder und zum Tuner um; im Normalfall genügen bessere
Stromkabel beim Disc-Player und beim/bei den Verstärker/n.
Entscheidend ist das Innenleben
Der innere Aufbau des Kabels entscheidet über seine Performance. Deshalb werden selten alle Geheimnisse preisgegeben. Österreichs Strom-Guru enthüllte ein paar Ingredienzien seiner Fertigung: "Abstimmung der verwendeten Materialien, dazu PVC-freie Isolierung, Richtungsgebundenheit des Kupferleiters, die Verbindungs-Mischung samt spezieller Löt-Technik." Immer wieder, begegneten ihm fantastische Phänomene, die aus Grenzflächen-Phänomenen zwischen den einzelnen Kabelschichten herrühren.
Die Preisunterschiede sind gewaltig, aber man kann davon ausgehen, dass ein
teures Kabel noch mehr Details aus der Musik hörbar macht. Wenn Sie sparen wollen,
dann gönnen Sie der Elektronik ein Kabel, das etwa die Drittel bis Viertel des
Gerätepreises kostet. Also ein 4000-Schilling-Netzkabel für ein 12.000-Schilling-Gerät.
Fans verwenden mitunter Kabel, die noch teurer sind - was bedeutet, dass dann
zwei Luxus-Meter bis 45.000 Schilling kosten können.
Bekannte Marken sind u.a. Powersnakes, NBS, Siltech, Sun, tmr, Phonosophie, Sac. Kabel mit eingebauter Filterwirkung Kabel Gute Kabel sind auch eine Abstimmungsfrage der Anlage. Skeptiker sollten daher zuerst bei einem HiFi-Fachhändler derartige Kabel ausborgen (gegen eine Kaution, versteht sich), um die Veränderungen selbst daheim erfahren zu können.
Strom-Autobahn und Strom-Ton-Kreuzung
Was für Netzkabel gilt, das zeichnet auch Steckerleisten aus. Positive Eigenschaften werden verstärkt. Die Einsteck-Ordnung ist heute oft angegeben - etwa in digitale und analoge Quellen aufgeteilt oder auch in der Hierarchie (Vor-Endstufe, CD/DVD/MD-Player, usw. bestimmt. Es gibt auch Designs, die sternförmig jede Buchse versorgen..
Ein wilder Kabelverhau um die Geräte erzeugt Störfelder, die wiederum NF-Strippen
und damit den Klang beeinflussen. Es empfiehlt sich daher, NF/Ton- und Stromkabel
nie parallel laufen zu lassen, sondern sich zu überlegen, wie man alle Kabel
sauber verlegt. Wenn notwendig, dann darf man Strom- und Tonkabel kreuzen.
Noch ein Wort zur Strom-Autobahn. Es leuchtet ein, dass viele Steckdosen und
Stromzapf-Stellen vom Zählerkasten bis zur Anlage für ein Potenzial weiterer
Störfelder sorgen kann. Deshalb gibt es immer mehr Multimedia-User, die eine
direkte, kreuzungsfreie Leitung vom Zählerkasten bis zur Anlage legen.
![]() In einem Kabelverhau wie diesem (links) fangen die NF/Tonkabel auch Störungen parallel laufender Stromkabel auf. Viel besser ist eine Trennung beider Bereiche (siehe rechts). |
![]() Hier befinden sich die Stromkabel rechts - oben zwei Flachstecker darunter ein IEC-Kabel - und links die NF/Tonkabel. Digitalkabel, optisch wie koaxial, sind bei der Verlegung weniger kritisch. Fotos: lf |
Fortsetzung nächste Woche:
Mehr Condition durch Netzfilter und Stabilisatoren