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Als britische Geräte noch wie Wundertiere gehandelt
wurden, galt ein dreibeiniges Ikea-Tischchen als Inbegriff audiophiler Aufstellungskunst.
Vor allem ein schottischer Edel-LP-Spieler entfaltete nur auf dieser polnischen
oder ungarischen Eiche, Esche oder Palme seine wahre Klang-Qualität.
Heute ist das Elch-Dreibein nicht mehr aktuell, und Ikea stellt - wie viele
andere Möbelhäuser - sogenannte Musikmöbel her, die dem Auge wohlgefällig schmeicheln.
Das heißt, sie sind schön furniert, mit Böden versehen und bieten Stauraum für
die ganze HiFi-Familie. Indes will sich damit der Klang seltenst zu Höchstleistungen
aufschwingen, so als hätte man Treibstoff mit zu niedriger Oktanzahl getankt.
Das Geheimnis guter Musikmöbel liegt einerseits in der gezielten Ableitung von
Vibrationen, die in den Netztrafos und Motoren der Geräte entstehen, und andererseits
im Verhindern von Vibrationen, die über den Boden (von den Lautsprechern etwa)
hinauf kriechen.
Die Ausdrücke "Rack" oder "Tisch" oder "HiFi-Möbel" werden heute etwas verschwommener
als früher benutzt. Racks waren einst nur Regale, die man an einer Wand befestigte;
heute sagt man oft auch zu Standtischen Racks.
Es kommt auf das Resonanz-Verhalten an
Es gibt einige anerkannte Musikmöbel/Racks,
die aus höchst unterschiedlichen Werkstoffen aufgebaut sind und dennoch ähnlich
gute Klang-Ergebnisse bringen. Was soviel bedeutet, als es weniger auf das Material
ankommt als auf die intelligente Beherrschung der Ableitungs-Möglichkeiten und
des Resonanz-Verhaltens.
Auf jeden Fall gehören höhenverstellbare und mit Spitzen/Spikes versehene Füße
dazu. Dabei ist es egal, ob das Design schwer oder leicht ist, auf drei oder
vier Füße setzt, wobei drei natürlich etwas einfacher auszupendeln sind.
Worauf es dagegen überhaupt nicht ankommt, ist die Form der Holzmaserung oder
die Färbung des Glases.
Holz, Stahl, Glas und Aluminium sind die verbreitetsten Materialien, und wenn
man auch Glas eine sehr abträgliche, weil nachschwingende Eigenschaft nach sagt,
so gibt es etwa die englischen Mana-Racks (hifi cd master), die mit einer speziell
bedämpften Glasplatte auf einem gespikten Rahmen - dieser wiederum auf einem
gespikten Holzbrett stehend - arbeiten, wobei die Platte sogar klingen muss,
um ihre volle Wirkung zu entfalten. Der saubere Ton zeigt die bestmögliche Nähe
aller vier Spikes an.
Sehr elegant und effizient leiten auch die grazilen Entwürfe der "Finiten Elemente"
(styria hifi) aus Deutschland ab, wobei es hier "Spider"-Racks für eine oder
mehrere Geräte-Ebenen gibt. Buchen-Streben werden in einem Alu-Stern verschraubt
und - je nach Ausführung - von drei bis vier Spikes in massiven Alu-Profilen
gelagert. Die Geräte selbst stehen auf einem Resonanz-kontrollierendem Kunststoff.
Während Spider ganz auch leichtgewichtig unterwegs ist, schwören etwa die italienischen
Solid Steel (Audio Tuning) oder die deutschen Copulare auf Masse. Bei letzteren
werden sogar die Tragrahmen mit Quarzsand gefüllt und die Tragflächen mit Bleischrot
bedämpft. Holz ist Natur pur, und manche Hersteller schwören auf seine Klangqualitäten.
Aber selbst von der Möbeltischlerei herkommende Entwickler wie etwa Armin Hutter
aus der Steiermark setzen dann noch zusätzliche Geräte-Basen ein, um zusätzliche
Anti-Vibrations-Leistung zu bieten.
Im Billigsektor sind etwa Quadraspire (Audio Tuning) erfolgreich, wobei Geräte
auch auf einem billigen, austarierten Rack besser klingen als in einem x-beliebigen,
teuren Möbelmarkt-Utensil.
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Ohne Vibrations-Ableitung wird auch der Klang unklar (s. Symbolfoto links). Auf einem guten Rack mit sinnvoller Material-Kombination (etwa der Mana-Tisch, Foto rechts) werden Vibrationen aus dem Trafo gut abgeleitet. Der Klang jeder Elektronik, wie etwa dieser britischen Endstufe, besitzt dann mehr Klarheit. Fotos: lf | ![]() |
Exakt waagrechte Stellflächen
Wer seinen Geräten Gutes tun will, richtet alle
Racks so aus, dass ihre Abstellflächen exakt waagrecht liegen. Das bringt bei
allen Playern, ob für CD, DVD oder SACD und auch gerade bei der alten Schwarz-Scheibe
extrem viel. Wer wenig Platz zum Austarieren hat, verwendet dazu kleinen, runde
HiFi-Wasserwaagen.
Der wichtige Nachsatz: Boxen haben auf dem Rack neben elektronischen Geräten
absolut nichts verloren!
Fortsetzung nächste Woche: Sauberer Strom kann Klänge
versetzen