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Multimedia Tipps Nr. 10

BASIC:
DER DVD-PLAYER (2)

Die feinen Unterschiede bei Surround und beim Setup

Surround ist ein wichtiger Teil der DVD-Qualitäten, und deshalb gibt es nur Player, die DVDs mit den wichtigsten Surround-Verfahren - Dolby Digital und zumeist auch dts, mitunter auch MPEG2 - eingebaut haben.
Mitunter finden Sie in der Bedienungs-Anleitung die Begriffe "BitStream" und "PCM".
BitStream - alle Surround-Formate - enthält einen Datenstrom, der, um alle fünf oder mehr Kanäle auf einer DVD unter zu bringen, datenreduziert ist (Dolby übrigens mehr als dts, weshalb dts etwas besser klingt).
PCM dagegen bedeutet "Pulse Code Modulation" und entspricht der herkömmlichen digitalen Aufnahmetechnik ohne Datenreduktion.
Surround ist daher immer datenreduziert. Einzige Ausnahmen bilden beide neuen Superdiscs SACD und DVD-Audio, welche dank intelligenter Datenverwaltung (verlustfreie Kompression) ohne Reduktion auskommen.

5.1
"5.1" bedeutet fünf von einander unabhängige Ton-Kanäle (L, R, Center, Surr-L, Surr-R plus Subwoofer), "6.1" sinngemäß sechs Ton-Kanäle, wieder mit Bass-Kanal, während ein "7.0"-System zwar auf sieben Kanäle setzt, aber ohne Bass-Unterstützung auskommt.
Es gibt zwei Möglichkeiten, Surround-Sound zu nützen:
a) durch Verarbeitung und Lautstärke-Regelung in einem Surround-Receiver (Mehrkanal-Verstärker) mit Decodern für Dolby Digital und dts, oder
b) durch bereits im Player eingebaute Surround-Decoder mit Lautstärke-Regelung, die den Sound dann über mindestens sechs Buchsen (5.1) an einen Surround-Verstärker und an die Boxen weiterleiten.

Normaler Weise bringt die digitale Sound-Zuleitung in einen Surround-Receiver mehr als die bereits eingebaute Variante. Auch hier benötigt man eine 5.1-Endstufe (allerdings ohne Decoder), damit man die sechs Kanäle betreiben kann.
6.1 und 7.1 ("Dolby Digital EX" und "dts ES") sind keine Exoten mehr; immer mehr Geräte enthalten die Möglichkeiten, einen oder zwei hintere Center-Boxen zu nützen, vorausgesetzt, die DVD ist mit diesen Dolby- und dts-Erweiterungen ausgestattet.
Einige Player verfügen auch über binaurale Trickschaltungen, die eine Art Surround-Effekt bei nur zwei Boxen liefern.

Audiophile Zukunfts-Erweiterung
Wer an die neuen SuperDiscs SACD und DVD-Audio denkt, kann bereits eine DVD-Kombination einplanen. Es gibt Kombiplayer, die zusätzlich zu DVD-Video und CD - dazu oft auch VCD, CD-R, CD-RW und MP3 - auch SACD oder DVD-Audio spielen (es gibt leider nur einen einzigen, der SACD und DVD-Audio kann).
Im Software-Angebot führt derzeit - Stand: August 2001 - SACD mit weitem Abstand, aber hier wie auch bei DVD-A befinden sich die Preise noch auf Luxus-Niveau.

Verkabelung und Setup
Nach kurzen Quer-Check der 10 Tipps vom letzten Mal ist der Kauf getätigt. Der neue Player steht zufrieden auf seinem Rack. Wenn Sie sich Gutes tun wollen, dann lesen Sie bei einem Gläschen das Bedienungs-Manual durch. Das ist zwar selten so aufregend wie ein Thriller, dafür aber ähnlich spannend. GebenSie dem Player Zeit, seinen Klang zu entfalten: Auch elektronische Neugeräte benötigen eine Einspielzeit.
Nach der vibrationsarmen Aufstellung geht es an die richtige Verkabelung. Die einfachste Leitung vom DVD-Player zum Bildschirm/TV-Gerät bietet ein Kabel mit Scart-Anschlüssen, weil dieses sowohl Bild als auch Ton enthält. Gibt es als Bildschirm Plasma, LCD oder Projektor, so müssen zumindest S-Video-, besser aber Komponenten- oder RGB-Leitungen für das Bild gelegt werden.
Für besten Surround-Ton legt man entweder ein einziges Digitalkabel zum Surround-Receiver oder bei bereits im Player eingebauten Decodern - je nach Anzahl der Surround-Kanäle - ein bis sechs Stereokabel zum Mehrkanal-Verstärker.

Nun geht es ans Setup, die Grundeinstellungen des DVD-Players. Diese sind nicht genormt, sondern von Firma zu Firma verschieden. Sie umfassen mitunter auch Spielereien, wie etwa unterschiedliche Kamerawinkel, die sich (leider) nur bei Pornos eingeführt haben, oder Datenraten-Angabe, mit der man in der Praxis wenig anfängt, weil man die DVD ohnehin nicht ändern kann. Manche Player bieten auch eine Zoomfunktion, mit der man sich Szene vergrößert/vergröbert ansehen kann. Kindersicherungen sind so lange wirksam, bis die Kids das Manual mit den Ersatz-Ziffern nicht gefunden haben.

Die wichtigsten Menüpunkte
Es gibt grundsätzlich zwei Menüs: eines im DVD-Player und eines auf jeder Disc.
Im Player wählt man die mehr oder minder umfangreichen Basis-Einstellungen, auf der Disc dann die Sprache, Untertitel und die einzelnen Szenen.
Bedient werden DVD-Playern etwas anders als CD-Player. Vor allem müssen die Befehle in den meisten Playern erst durch eine "OK"- oder "Enter"-Taste bestätigt werden. Cursor-Tasten oder Joysticks erleichtern die Rundum-Suche nach Menüpunkten.

Zuerst stellen Sie das vorhandene Bildschirm-Format ein: entweder 4:3 oder 16:9. Breitwandfilme werden auf einem 4:3-Gerät mit schwarzen "CinemaScope"-Balken oben und unten dargestellt. Es gibt auch Schaltungen (Pan & Scan), welche einen 4:3-Bildschirm mit einem 16:9-Film komplett auffüllen - hier muss man allerdings mit fehlenden Inhalten an den Bildseiten rechnen.
Dann lassen sich diverse Audio-Varianten (PCM-Stereo, Dolby Digital, dts, MPEG) an den Digitalbuchsen wählen; wer nur zwei Boxen besitzt, kann mit virtuellen Surround-Tricks sogar Effekte von hinten hören (etwa Spatializer, 3D, AVSS, u.v.m.).
Dynamik-Begrenzungen des Tons sind für Nachtbetrieb hilfreich, da Effekte nicht ungebremst durchschlagen und leise Dialoge etwas angehoben werden. Bitte aber bei normalem Betrieb wieder zurück schalten, da sonst das Dramatische an jedem Film und jeder Musik verloren geht.
Manche Player erlauben eine Feinabstimmung der Bildschärfe, des Farbtons, der Helligkeit und Farbsättigung und weiterer Bildqualitäten (Details in dunklen Szenen etwa). Die beste Orientierung bieten hier aber nicht Filme, sondern spezielle Bilder von Test-Discs, wie etwa den "Video Essentials".
Zwei unterschätzte Parameter steigern die Wiedergabetreue: Vermeiden Sie zu helle, kontrastknallende Bilder ebenso wie zu scharf konturierte. DVDs sind scharf genug. Was bei Videorecordern oft notwendig ist, führt bei DVD bloß zur Kantenverzerrung.
Bildschirm-Schoner sind wertvoll: Motive in Bewegung schützen gängige Bildschirme besser gegen "Einbrennen".
Zeitraffer, Zeitlupe, Standbild und Einzelbild-Schaltung dagegen bieten nichts Neues und sind von Videorecordern längst bekannt.

PS: Wie bei allen Disc-Playern gilt: Keine Geräte aufeinander stapeln, und die Discs pfleglich behandeln.

Nächste Woche: Gehört der CD-Player bereits zum alten Eisen?

So unterschiedlich die Menüs auch aufgebaut sind, so ähneln sich doch immer die Basis-Einstellungen - so etwa bei der Wahl des Bildschirm-Formats, der Digital-Ausgabe des Surroundtons oder der Bild-Anschlüsse. Manche Menüs gestatten auch eine Änderung der Bildqualitäten. Fotos: lf