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Multimedia Tipps
Nr. 17

BASIC:
DIGITALE AUFNAHMEGERÄTE (3): INTERNET-RECORDER

Die Jäger des Internet: MP3, AAC, WMA, Atrac3 und Co

Musik aus dem Internet gehört derzeit gehört. Vor allem, wenn sie nichts kostet. Da die Schallplatten-Industrie über enorme Rückgänge bei CD-Verkäufen klagt und das auch auf die regen Musik-Tauschbörsen a la Napster im Netz schiebt, kommen nun systematisch Monats-Abos für derartige Dienste.
MP3 ist nicht die aktuelle Raubkopier-Philosophie: Sie ist nur eine sehr effektvolle Datenreduktion, die eben auf vielen Internet-Sites zum "Download" angeboten wird. Um Musik darzustellen, werden bei MP3 Musikinformationen, die vermeintlich nicht hörbar sind (etwa Töne, die durch lautere "maskiert" werden) einfach weggelassen. Das heißt, man kommt mit weniger Daten aus.

Surft man im Internet, so begegnen einem Seiten, wo man Musik mit bloß 26 Kilobit pro Sekunde hören kann. "Hören" stimmt, "Musik" stimmt nicht. Denn hier bleibt bloß eine Klanghülle ohne emotionalen Inhalt übrig, die bestenfalls mit kleinen Plastikboxen am PC ertragen werden kann. Dezente Klänge sind erst ab 192 kbit/sek und darüber zu erwarten.
Da der Trend im Internet immer lautet "Noch weniger Daten und dennoch bessere Qualität" fanden sich bald Konkurrenz-Systeme, die zudem von der Musikindustrie den Segen erhielten, weil sie nicht unbegrenzt weiter kopierbar sind: AAC, WMA oder Atrac3. Mittlerweile gibt es auch eine weiter entwickelte MP3-Variante namens MP3-Pro, die ebenfalls besser klingt als das originale MP3 und sogar weniger Daten als dieses benötigt. MP3 bleibt aber noch das mit Abstand meist verwendete Verfahren, sozusagen das Esperanto der Internet-Musikanten.


Finden und Fischen

Bei Internet-Musik geht es vor allem darum, die Daten im Netz zu finden und elegant heraus zu fischen. Dann werden sie auf der Computer-Festplatte zwischen gelagert, um entweder auf CD-Rs gebrannt oder in portable Festspeicher-Player geladen zu werden. Derartige MP3-CD-Rs sind in zunehmender Zahl auch in DVD-Playern abzuspielen.
Die andere Variante heißt CDs "rippen". Eine CD wird ins CD-ROM-Laufwerk eingelegt und in MP3 oder ein anderes System umgewandelt. Damit sind dann ebenfalls bis zu 150 Songs auf einer CD-R unterzubringen, was Platz und Klang einspart.
Audiophile Genüsse - vibrierende Livekonzert-Atmosphäre etwa - wird man jedoch kaum erwarten dürfen.
Es gibt Vorteile bei der Internet-Musikjagd: nämlich an Hintergrund-Infos heran zu kommen, die es sonst nicht gibt, oder ungewöhnliche Musik-Genres zu finden. Festspeicher-Player sind für Outdoor-Aktivitäten ebenso gut geeignet wie etwa MiniDisc-Player, nur dass sie sogar noch kleiner sind. Wenn gern erwähnt wird, dass sich Festspeicher-Portis durch Rütteln nicht aus der Abspielruhe bringen lassen, so heißt das nicht, dass sie nicht ebenfalls bei Stürzen den Geist aufgeben können.
Es gibt aber auch wirkliche Nachteile: Wenn etwa die Geschwindigkeit der Internet-Verbindung nachlässt oder dauernd zu langsam ist, dann wird Downloaden lähmend. Desgleichen baggert man sich zunächst die Festplatte mit Daten zu und weiß - gerade bei Tauschbörsen - nie, wo welcher Wurm oder Virus lauert.

Nur bei hohen Datenraten musikalisch

Sodann lässt die Qualität gegenüber CD oder auch MiniDisc stark zu wünschen übrig. MP3 und Co. klingen einfach nur bei hohen Datenraten wirklich musikalisch (wenn man aktiv zuhört). Das reduziert dann wieder die Spielzeit: mehr Daten bedeuten weniger Speicherplatz. Während CD-R-Preise fielen, kosten die schicken Festspeicher - SD- wie MM-Karten oder auch der Memory Stick - um ein vielfaches pro Musikminute mehr als selbst die originale CD.
Heuer entdeckten ein paar Firmen, dass man Internet und HiFi vernetzen kann: Erste Surround-Receiver besitzen eine USB-Buchse, über die sich Computer-Sounds besser anhören. Damit lässt sich vom Receiver Internet-Musik direkt etwa auf MiniDisc oder Cassette überspielen - freilich nur in Echtzeit. Man muss eben neben dem PC ausharren, bis die Musik beendet ist. Genauso funktioniert der Trick mit dem USB-Interface (einem Spezialkabel), über das sich jede PC-Musik, also auch das sonst nicht herunter zu ladende "Streaming-Audio" auf MD überspielen lässt

In der nächsten Praxis lesen Sie: Kommt die LP wieder?