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Multimedia Tipps

Nr. 15

BASIC:
DIGITALE AUFNAHMEGERÄTE (1): CD-RECORDER

Von Disc zu Disc

Als CD-Recorder bezeichnet man jene Aufnahmegeräte, die Musik von einer digitalen Audio-Quelle aufnehmen können. Vor kurzer Zeit noch betraf das auch CD-Brenner im Computer, aber seit es MP3 gibt, kenne ich nur noch wenige Menschen, die CD-Rs mit Musik füllen. MP3 kostet eben weit weniger Speicherplatz.
Eines muss einem klar sein: Auch das vielfache Kopieren derselben CD auf CD-R besitzt einen illegalen Touch. Grundsätzlich ist nur eine CD "zum eigenen Gebrauch" (wie immer dieser ausschaut) erlaubt und dürfte umgekehrt auch nicht behindert werden - etwa durch nicht kopierbare CDs. Denn für jede taufrische CD-R zahlt man hierzulande eine Urheberrechts-Abgabe, auch "URA" genannt.
Somit verlagert sich die CD-Recorder-Szene zunehmend zu jenen HiFi-Geräten hin, die es von nahezu allen Herstellern gibt. Zumeist handelt es sich um Recorder (und natürlich auch Player), die mit einem einzigen Laufwerk auskommen, weil der Käufer wohl schon einen CD-Player besitzt.
Manche Modelle sind auch als Doppeldeck ausgelegt, wo man auf einem Laufwerk wiedergibt und mit dem anderen aufnimmt. Hier sind dann Tricks, wie etwa Überspielen bei mehrfacher Geschwindigkeit möglich, was bei Einzelgeräten nicht geht, da normale CD-Player keinen Gang zulegen können.
CD-Recorder nehmen mit 16Bit/44,1kHz auf, was bedeutet, dass der Klang ohne Datenreduktion - wie etwa bei MP3, AAC, MiniDisc - gespeichert wird. Besitzt der wiedergebende CD-Player einen jitterarmen Digital-Ausgang und der Recorder umgekehrt eine ebensolche Daten-Verarbeitung, so wird die Kopie dem Original so gleichen, dass man durchaus von einem "Klon" sprechen kann. Bei Jitter-Einflüssen bleibt die Kopie eine Kopie - auch hörbar.
Dazu gleich ein paar Tricks: Stabilität des digitalen Takts ist eine der Hauptursachen für den sogenannten "digitalen" Klang. Fehlt Jitter, das klangmindernde Taktzittern, oder ist er zumindest gering, so blüht auch die Wiedergabe auf.
Hilfreich sind gute Überspielkabel - digitale. Koaxiale sind optischen zumeist überlegen, auch wegen der möglichen Vibrations-Eigenschaften. Wenn es nur eine optische Buchse (meist Toslink) gibt, dann wenigstens ein hochwertiges Kabel anstatt der dünnen Beipack-Strippe verwenden.
Es gibt auch Interfaces, welche Jitter zuverlässig bremsen - etwa den "Jisco" (Jitter Scrambling Decorrelator) von Altmann aus Deutschland.
Zurück zum Recorder. Wichtig ist, dass er grundsätzlich vibrationsfrei aufgestellt ist und dass er vor allem während der Aufnahme nicht unnötigen Vibrationen ausgesetzt ist. Ich würde bei der Aufnahme daher die Lautstärke beim Mithören über Boxen extrem zurückschrauben.
Dann ist es wichtig, gute CD-Rs zu kaufen. Zwar sind heute nach meinem Wissensstand keine neuen Recorder mehr unterwegs, die man auch mit billigen Daten-CD-Rs überlisten kann. Doch auch bei Audio-CD-Rs, die heute auch schon sehr preiswert geworden sind, gibt es Unterschiede, und Markenware (etwa Emtec/Basf, TDK oder Maxell) zahlt sich da allemal aus.
Vor allem, wenn man Unersetzliches kopieren will.
Von wo kann man aufnehmen: In erster Linie wird das der CD-Player sein, dann möglicher Weise ein Tuner, wobei derzeit allein DAB/Digital Audio Broadcasting (nur in Wien und um Innnsbruck) - und manche ADR/Astra Digital Radio- und DVB/Digital Video Broadcasting-Tuner (nur via Satellit) echte Digitalsignale ausstrahlen.
Alle anderen Tuner kann man nur analog anzapfen, was bei heikler Musik immer mit Rauschen behaftet sein wird.
Als dritte Quelle eignet sich eventuell auch ein analoger Plattenspieler, wobei alle HiFi-CD-Recorder bloß den Ton 1:1 aufnehmen können und nicht - wie manche PC-Programme - auch Knistern und Rauschen wegfiltern.
Und da sind wir beim wahrscheinlich einzigen, aber massiven Problem von CD-R angelangt. Alles, was aufgenommen ist, pickt. Da gibt es keine nachträgliche Korrektur-Möglichkeit bei Über- oder Untersteuerung (eine manuelle Aussteuerung nicht nur von analogen, sondern auch von digitalen Signalen ist sehr empfehlenswert!) und keine Umstellung von Tracks oder Editieren von Texten.
Allein mit einer CD-RW, der wieder bespielbaren (und daher teureren) Schwester der CD-R, lassen sich Tracks noch einmal löschen und neu bespielen. Auch hier sind aber Schnitte und späteres Umstellen unmöglich.
Bislang gab es dafür keine Lösung. Bei der Funkausstellung in Berlin präsentierte Yamaha erstmals eine Kombination aus Festplatten-Recorder und CD-Recorder. Man nimmt zunächst auf Harddisk auf und kann sich dann mit eventuellen Editier-Tricks spielen, bis ein endgültiges Produkt vorliegt. Das klont man dann 1:1 auf den internen CD-Recorder.
Der größte Vorteil der Audio-CD-Rs ist ihre Kompatibilität mit CD-Playern. Vor allem neue CD-Player und auch viele DVD-Player können die nicht so hell reflektierenden CD-Rs lesen.

In der nächsten Woche: MiniDisc-Recorder