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Discs und Bänder richtig lagern
Die besten Erlebnisse hatte ich immer bei Schallplattenfirmen:
In den Promo-Abteilungen stapeln sich Cassetten und Videos. Und fast immer liegen
sie direkt bei den Lautsprechern, die garantiert keine magnetische Schirmung
kennen.
Videos beginnen nach kurzem Nahverhältnis zu Magneten ihre Metallteilchen neu
um zu schlichten - und wo vorher satte Farben das Bild beherrschten, sind es
bald Schneestürme und Rauschorgien. Ja, Bänder und Cassetten brauchen Magnetismus
nur einmal: bei der Aufnahme. Dann sollte das eingeprägte Muster von weiteren
Magneten fern gehalten werden. Als sicherer Abstands-Wert gilt ein Meter.
Dass Staub keinen Ton- und Bildträger bereichert, wissen mittlerweile
nicht nur HiFi-Freaks. Auf Bändern sorgt er für Dropouts (Bildaussetzer), auf
Discs für Daten-Ausfälle, die nur bis zu einer gewissen Grenze durch die Fehlerkorrektur
aufgefangen werden - das gilt allerdings nicht für LPs und LaserDiscs, sondern
nur für die CD- und die DVD-Familien.
Wenn LPs und LDs in Außen- und Innenhülle gehören, so sollten sich Discs außerhalb
ihrer "Jewelbox" nur beim Spielen im Player befinden.
Musik mag noch so hitzig klingen, aber kein Tonträger steht auf übermäßige Wärme.
Selbst robuste CDs können sich etwa im Auto oder in direkter Sonnenbestrahlung
verziehen, und CD-R/RWs hält man grundsätzlich schattig.
Früher einmal hieß es, dass man LPs am besten vertikal lagert, nicht liegend
und schon gar nicht schräg gebeugt. Im weitesten gilt das auch für Discs, die
am einfachsten vertikal aufgestellt sind, wobei sich das Material auch bei langjähriger
Lagerung nicht verzeiht, wenn es horizontal liegt.
CDs für 100 Jahre
Die Lebensdauer von CDs beträgt mindestens 20 Jahre (so lange gibt es bereits
CDs), und - rechnet man die üblichen Alterungs-Tests hoch - etwa 100 bis 150
Jahre; dasselbe gilt heute auch für hochwertige CD-Rs, denen man vor ein paar
Jahren gerade noch zehn bis 15 Jahre Datensicherheit gab.
Ein Gerücht vor zehn Jahren, CDs lösten sich auf, beruhte auf aggressiven Lackfarben
vor allem in einem englischen Presswerk; es stellte sich auch heraus, dass das
Bindemittel eines Presswerks zwischen Laserdisc-Seiten die Spielfähigkeit reduzierte.
Das sind aber Ausnahmen (meine CDs, auch die aller-aller-ersten des 80er-Jahre,
spielen bis dato tadellos).
Während es allen Discs völlig egal ist, ob der Player verschmutzt ist oder nicht,
ob sie gespielt werden oder nicht (denn die Disc selbst wird davon nicht beschädigt),
benötigen alle mechanisch abtastenden Aufnahmegeräte perfekte Sauberkeit.
Das trifft auf Cassettendecks, Video-Recorder, DAT-Recorder und auch Tonband-Geräte
zu. Hier sind die Kopftrommel oder der Tonkopf mit Spiritus (auf Wattestäbchen)
regelmäßig - bei Vielspielen etwa einmal im Monat - zu reinigen und anschließend
mit einem frischen Stäbchen trocken zu polieren.
Doch der schleichende Magnetismus ist für Bänder, weil unsichtbar, viel gefährlicher.
Er kann entweder dadurch verursacht werden, indem etwa ein Videorecorder oder
Cassettendeck zu nahe an Lautsprechern steht oder auch durch den feinen Bandabrieb,
der ja auch magnetische Teilchen enthält.
Reinigen lässt zwar den Abrieb verschwinden, aber das Metall wird allmählich
den Magnetismus übernommen haben. Damit "infiziert" man auch jede
Neuaufnahme, die nun sofort mehr Störungen aufweist als es notwendig wäre.
Zur vollkommenen Entmagnetisierung von Geräten benötigen Sie einen Entmagnetisierungs-Drossel,
die Magnetismus von Metallteilen nachhaltig entfernt.
Aus dem obigen wird auch klar, dass sich auch magnetische Muster in einem Tonbandwickel
von Schicht zu Schicht weiter kopieren können: In analog aufgenommenen Bändern
entstehen dann Vor- und Nach-Echos von markanten Impulsen - am besten in Pausen
vorher oder nachher hörbar.
Umspulen - etwa einmal im Jahr - hält diesen Effekt gering und auch Videobänder
auf Trab.
Für Digitalbänder gilt grundsätzlich dasselbe, wobei hier die Daten eben robuster
aufgezeichnet sind; dennoch sollte man mit dieser Robustheit nur bedingt spekulieren
- irgendwann kann keine Fehlerkorrektur mehr eine gelöschte Datenspur rekonstruieren,
weshalb auch Digitalbänder in starken Magnetfeldern nichts verloren haben.
CDs darf man vorsichtig mit einem weichen Tuch - immer von innen nach außen
und niemals im Kreis wischen - behandeln. Sinnvoller sind ultraweiche Brillenputztücher
oder gleich dafür bestimmte Schönheits-Mittel, welche die Oberfläche für den
Laser im Player leichter lesbar machen.
Zurück in die Verpackung
Niemals sollten Discs oder Bänder außerhalb ihrer Verpackung
herumliegen. Vor allem Discs sind rasch verschrammt; die reflektierende Leseseite
erträgt kleine Kratzer heldenhaft; auf der bedruckten aber nur sehr dünnen Datenschicht
auf der Labelseite dagegen bedeutet jeder tiefe Kratzer unwiederbringlichen
Datenverlust.
Discs besitzen den bescheidenen Vorteil der Abspülbarkeit im Fall fingerbetappter Schauseite. Ein Spülmittel und lauwarmes Wasser, dann natürlich sanft von innen nach außen trocken gewischt, bringt etwa selbst verklebte Kinder-CDs wieder auf Trab.
