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Multimedia Tipps Nr. 13
EXPERT:
DER CD-PLAYER (Teil 3)
Das Geheimnis des Upsamplings: Können CDs so gut klingen wie SACDs und DVDs?
Wie im letzten Tipp (Nr. 12) beschrieben, können schon
normale CDs besser klingen als die 16-Bit-Norm erlaubt. Seit einem Jahr
gibt aber nun die Super Audio CD und seit ein paar Monaten die DVD-Audio.
Beide werben mit mehr Details und weiteren Frequenzgang. Möglich machen
das bewährte und neue Aufnahme-Techniken und der größere Datenspeicherplatz
auf den Discs. Hat die CD damit nach 20 Jahren ausgedient?
Kenner meinen: Nein! Wir haben noch immer nicht die 16 Bits vollkommen
ausgelotet. Da sich die beiden neuen Discs erst jetzt auf sinnvolle Partnerschaften
besinnen, kann man die Zeit sinnvoll nützen, um bei CD weiter zu forschen.
Upsampling heißt der aktuelle Renovierungs-Trick im audiophilen Bereich.
Ähnlich dem seit Jahren angewendeten Oversampling werden Daten mehrfach
eingelesen und in höhere Regionen verfrachtet - so zum Beispiel die 44,1kHz
der CD auf 96kHz und 192kHz (wie bei DVD) oder gar auf 2,8 MHz (wie bei
SACD).
Anschließend werden diese Daten durch passende Wandler analogisiert. Während
beim Upsampling rein technisch die 16-Bit-Daten der CD nicht dynamischer
klingen können, so werden doch die Abtaststufen innerhalb der Original-Dynamik
verfeinert und damit der feindynamische Eindruck (Nuancen, Ein- und Ausschwing-Vorgänge)
erhöht.
Von Upsampling profitieren
alle Discs
Wenn sich auch an der Höchstfrequenz der bearbeiteten CD (um 22 kHz) nichts
ändert, und auch eine derartige 96-kHz-Version nun nicht Oberwellen bis
48-kHz nachgetrickst bekommt, so kann sich das Ergebnis dennoch hören
lassen.
Das Geheimnis liegt in anderen, sanfteren Filterverläufen: Das sogenannte
"Anti-Aliasing-Filter", das süße Musikdaten vom herben Digital-Rauschen
trennt, braucht nicht mehr so steilflankig zu arbeiten, was dem Schönklang
zugute kommt. Weiters verteilt ein kluger Rechen-Trick das digitale Quantisierungs-Rauschen
über einen weiteren Bereich, als die CD-Norm je erdachte, wodurch verdeckte
Musikdetails besser zur Geltung kommen. Und drittens lässt sich der klangstörende
"Jitter" dadurch noch besser beseitigen.
Der Vorteil liegt darin, dass jede Discs - hochwertigste wie magerste,
CDs wie DVDs - davon profitieren können (DVDs gewinnen dann, wenn ihre
vorhandenen 48 kHz auf 96 kHz oder höher gerechnet werden)
Als Interface oder eingebaut
Upsampler gibt es in verschiedenen Formen. Es kann sich im einfachsten
(und teuersten) Fall um ein digitales Interface handeln, das zwischen
Laufwerk und Wandler arbeitet;
Voraussetzung ist allerdings, dass der nachfolgende Wandler zumindest
48kHz, besser aber noch mit 96 und 192kHz/DVD-A oder 2,8MHz/SACD takten
kann.
Der Studio-Equipment-Hersteller dcs konstruierte seinen Upsampler "Purcell"
mit Datenraten bis zu 192 kHz und ebenfalls 24 Bit, wobei zwei D/A-Wandler
bereit halten, welche 192 kHz verstehen. Für Upsampling auf DSD/SACD musste
sogar eine neue Datenleitung eingeführt werden: IEEE1394 oder FireWire,
das in der Camcorder-Szene große Digitaldaten-Mengen hin- und herschaufeln
kann. Der MSB-Upsampler-Wandler erhöht den 44,1-kHz-Takt auf 132,3 kHz,
und Chord steigert mit einem Zusatzmodul die Abtastrate gar auf 384 kHz!
Dann kann der Upsampler bereits mit dem passenden Wandler zusammen gespannt
sein, wobei die aktuellen Kombinationen mindesten auf mindestens 96kHz
arbeiten. Und drittens kann ein Upsampler bereits im CD-Player vor den
eingebauten D/A-Wandlern sitzen. Bekannt wurden die High-End-Upsampler
von dcs, Chord und MSB; mittlerweile gibt es bereits Kombinationen u.a.
von Audio Aero, hoer-wege und auch Mace Audio.
Einige Highend-CD-Player, wie der AVM "Evolution CD2" oder der Burmester
"001" rechnen die Hochfrequenz-bestimmende Abtastrate von 44,1 auf 96
kHz und die 16 auf 24 Bit hoch. Ähnliche Techniken findet man auch in
CD-Playern von Musical Fidelity, SAC, Sharp und Technics.
"Upgesampelte" CDs zeichnen sich durch mehr Plastizität und Musikalität,
mehr Emotion und Entspanntheit aus. Geschmeidiger, fast ölig, fließt die
Musik nach einer Upsampling-Kur aus den Lautsprechern, und rasch stellt
sich das von Vinyl bekannte emotionale "Härchenaufstellen" bei gefühlvollen
Tracks ein.
CD so gut wie SACD oder DVD-A? Akustisch kommt man ihnen nahe. Mag auch
die letzte Raffinesse fehlen, so ist doch die CD-Sammlung noch einmal
kräftig klanglich aufzuwerten.
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