Archiv
Multimedia Tipps Nr. 4

BASICS:
DIE AUFSTELLUNG
(Teil 2)

 











Ein gutes Geräte-Rack und stabile, frei stehende Boxen bieten eine gute Voraussetzung für optimalen Klang. Dazu kommt dann noch die bestmögliche Schallverteilung im Zimmer.
Foto: lf

Das spezielle Audio-Zimmer

Interessanter Weise kann das Gehör viel feinere Dinge wahrnehmen als etwa die Augen. Das bedeutet, dass man die Aufstellung von Audio-Geräten noch sorgfältiger planen muss.
Manche Grundsätze gelten wie in den Tipps der vergangenen Woche für das optimale Medien-Zimmer - so zum Beispiel die ungehinderte Sicht auf die Lautsprecher oder die akustischen Verbesserungen durch möglichst schallverteilende Seitenwände.
Das gute Audio-Zimmer profitiert von der richtigen Schall-Verteilung. Nicht die maximale Dämmung im Hörer-Bereich ist wichtig, sondern die feine Brechung von Schallwellen im gesamten Raum. Bestens eignen sich dafür Bücherwände (mit großen und kleinen, dicken und dünnen Büchern und Bildbänden), Schallplatten- und CD-Sammlungen, Videos, usw.
Studios müssen sich derartige Schallverhältnisse meist durch sündteurer Diffusoren erkaufen.
Denken Sie nur an einen Konzertsaal wie den prachtvollen Wiener Musikverein. Dessen weltberühmte Akustik resultiert nicht nur aus seinen Proportionen, sondern auch aus der vielfältigen Schallverteilung, bei der sich die Schallwellen an den vielen kleinen Schnitzereien und Figuren bricht und letztlich auch vom Publikum gut verteilt wird.
Hilfreich für guten Klang sind natürliche Materialien, wie etwa Holz, egal ob Schiffböden oder Parkett. Teppichböden schlucken dagegen meist wertvolle Lebendigkeit, und Stein- und Marmorböden lassen Töne klirren.
Dicke Teppiche auf dem Boden oder an den Wänden, dazu Polster-Möbel oder dicke Vorhänge gelten als radikale und selten gut klingende Variante, um Räume zu enthallen und enthellen (Klangfarben). Wenn es irgendwie geht, sollte man die Schallwellen nicht dämpfen, sondern fein verteilen.

Boxen in freier Umgebung

Die Schall-Energie konzentriert sich zunächst im Umfeld der Lautsprecher; haben diese Platz zur akustischen Entfaltung, bringt das mehr Hörvergnügen (Ausnahme: wenn die Boxen vom Hersteller auf "wandnah" getrimmt sind).
Jede Box dankt ihre freie Aufstellung - so etwa 50cm bis 1m von den Wänden entfernt - durch gesteigerte räumliche Abbildung der Musik, und in manchen Räumen begeistert auch eine relativ hörernahe Aufstellung. Oder es tönt auch in einer diagonalen Aufstellung - aus einer Raum-Ecke - am besten.
Ausprobieren gehört zum audiophilen Erlebnis dazu. Eine Instant-Lösung für alle Zimmer gibt es nicht, sonst klängen ja auch alle Konzertsäle gleich.
Die klassische HiFi-Aufstellung hat sich bewährt: Die beiden Boxen bilden mit der Sitzbank der Hörer ein gleichseitiges Dreieck. Manche Boxen klingen von weiterer Entfernung besser, wodurch dann das Dreieck länglicher wird, andere wiederum hörer-nahe (Monitor-Aufstellung). Sollen die Boxen frontal zum Sitzplatz schauen, noch weiter nach innen oder nach außen gewinkelt? Das alles verändert den Klang, die imaginäre Bühne, die sogenannte "Sound Stage". Erkunden muss das jeder highfidele Musik-Liebhaber selbst.
"Regalboxen" haben im Regal nichts verloren - auch sie gehören auf spezielle Ständer. Und schon gar nicht gehören elektronische Geräte auf den Boden oder aufs selbe Regalbrett gestellt wie die Boxen.
Gerade für die Elektronik benötigt man spezielle Musikmöbel, Racks und Untersetzer, damit die internen Vibrationen gut abgeleitet werden, und auch die Boxen sollten absolut senkrecht und wackelfrei dastehen. Spikes sind Voraussetzung, und moderne Designs, wie etwa von Soundcare (Intertrade Kaufmann) haben den Bodenschutz gleich integriert.
Für absolute Fans gibt es zudem, etwa von Room Tune (styria hifi), Reflektoren, mit denen sich akustische Verbesserungen durchführen lassen. Das beginnt bei besserer Fokussierung in der Bühnenmitte und reicht bis zur Vermeidung von Flatter-Echos in der Plaffond-Höhe.

Fortsetzung nächste Woche: Was Musikmöbel und Racks bewirken