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![]() Ein gutes Geräte-Rack und stabile, frei stehende Boxen bieten eine gute Voraussetzung für optimalen Klang. Dazu kommt dann noch die bestmögliche Schallverteilung im Zimmer. Foto: lf |
Interessanter Weise kann das Gehör viel feinere
Dinge wahrnehmen als etwa die Augen. Das bedeutet, dass man die Aufstellung
von Audio-Geräten noch sorgfältiger planen muss.
Manche Grundsätze gelten wie in den Tipps der vergangenen Woche für das optimale
Medien-Zimmer - so zum Beispiel die ungehinderte Sicht auf die Lautsprecher
oder die akustischen Verbesserungen durch möglichst schallverteilende Seitenwände.
Das gute Audio-Zimmer profitiert von der richtigen Schall-Verteilung. Nicht
die maximale Dämmung im Hörer-Bereich ist wichtig, sondern die feine Brechung
von Schallwellen im gesamten Raum. Bestens eignen sich dafür Bücherwände (mit
großen und kleinen, dicken und dünnen Büchern und Bildbänden), Schallplatten-
und CD-Sammlungen, Videos, usw.
Studios müssen sich derartige Schallverhältnisse meist durch sündteurer Diffusoren
erkaufen.
Denken Sie nur an einen Konzertsaal wie den prachtvollen Wiener Musikverein.
Dessen weltberühmte Akustik resultiert nicht nur aus seinen Proportionen, sondern
auch aus der vielfältigen Schallverteilung, bei der sich die Schallwellen an
den vielen kleinen Schnitzereien und Figuren bricht und letztlich auch vom Publikum
gut verteilt wird.
Hilfreich für guten Klang sind natürliche Materialien, wie etwa Holz, egal ob
Schiffböden oder Parkett. Teppichböden schlucken dagegen meist wertvolle Lebendigkeit,
und Stein- und Marmorböden lassen Töne klirren.
Dicke Teppiche auf dem Boden oder an den Wänden, dazu Polster-Möbel oder dicke
Vorhänge gelten als radikale und selten gut klingende Variante, um Räume zu
enthallen und enthellen (Klangfarben). Wenn es irgendwie geht, sollte man die
Schallwellen nicht dämpfen, sondern fein verteilen.
Boxen in freier Umgebung
Die Schall-Energie konzentriert sich zunächst im Umfeld der Lautsprecher; haben
diese Platz zur akustischen Entfaltung, bringt das mehr Hörvergnügen (Ausnahme:
wenn die Boxen vom Hersteller auf "wandnah" getrimmt sind).
Jede Box dankt ihre freie Aufstellung - so etwa 50cm bis 1m von den Wänden entfernt
- durch gesteigerte räumliche Abbildung der Musik, und in manchen Räumen begeistert
auch eine relativ hörernahe Aufstellung. Oder es tönt auch in einer diagonalen
Aufstellung - aus einer Raum-Ecke - am besten.
Ausprobieren gehört zum audiophilen Erlebnis dazu. Eine Instant-Lösung für alle
Zimmer gibt es nicht, sonst klängen ja auch alle Konzertsäle gleich.
Die klassische HiFi-Aufstellung hat sich bewährt: Die beiden Boxen bilden mit
der Sitzbank der Hörer ein gleichseitiges Dreieck. Manche Boxen klingen von
weiterer Entfernung besser, wodurch dann das Dreieck länglicher wird, andere
wiederum hörer-nahe (Monitor-Aufstellung). Sollen die Boxen frontal zum Sitzplatz
schauen, noch weiter nach innen oder nach außen gewinkelt? Das alles verändert
den Klang, die imaginäre Bühne, die sogenannte "Sound Stage". Erkunden
muss das jeder highfidele Musik-Liebhaber selbst.
"Regalboxen" haben im Regal nichts verloren - auch sie gehören auf
spezielle Ständer. Und schon gar nicht gehören elektronische Geräte auf den
Boden oder aufs selbe Regalbrett gestellt wie die Boxen.
Gerade für die Elektronik benötigt man spezielle Musikmöbel, Racks und Untersetzer,
damit die internen Vibrationen gut abgeleitet werden, und auch die Boxen sollten
absolut senkrecht und wackelfrei dastehen. Spikes sind Voraussetzung, und moderne
Designs, wie etwa von Soundcare (Intertrade Kaufmann) haben den Bodenschutz
gleich integriert.
Für absolute Fans gibt es zudem, etwa von Room Tune (styria hifi), Reflektoren,
mit denen sich akustische Verbesserungen durchführen lassen. Das beginnt bei
besserer Fokussierung in der Bühnenmitte und reicht bis zur Vermeidung von Flatter-Echos
in der Plaffond-Höhe.
Fortsetzung nächste Woche: Was Musikmöbel und Racks
bewirken