|
Archiv BASICS:
|
![]() Heimkino kann sich harmonisch in den Wohnraum einfügen. Foto: lf |
Das kombinierte Medien-Zimmer
Nur wenige Menschen leben in einem Palais. Die anderen müssen sich zumeist mit
einem Zimmer begnügen, in dem gleichermaßen Platz ist für das Fernseh-Vergnügen
wie für high-fidele Genüsse.
Das kombinierte Medien-Zimmer erweist sich im Zeitalter der DVD-Video als durchaus
nützlich, weil man auch den guten Sound der digitalen Filmplatte kraftvoll nützen
kann. Grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen Zimmern, die von Grund auf
für mehrere Medien geplant werden oder - was viel häufiger passiert - Zimmern,
in denen man lebt und allmählich Elektronik und Boxen nach kauft.
Im ersten Fall kann man Lautsprecher-Kabel und Projektoren-Leitungen elegant
verrohren, im zweiten wird man sichtbare Kabel in Kauf nehmen müssen, wenn man
an Surround denkt. Dort stehen immerhin zumindest zwei weitere Boxen schräg
hinter dem Sitzplatz.
Vom Fenster in den Raum
Gute Aufstellungs-Plätze in langgestreckten Zimmern ergeben sich ohnehin aus
den Möglichkeiten des Alltags. Normaler Weise wird man einen rechteckigen Raum
in der Längs- oder Quer-Variante nützen. Mitunter klingen aber Boxen auch in
der Diagonale aufgestellt sehr räumlich, was auch eine schräg aufgestellte Sitzbank
bedingt.
Fernsehgeräte wirken am besten, wenn sich in ihnen absolut keine Fenster, Balkontüren
oder Stehlampen spiegeln. So ergibt sich zum Beispiel oft eine durchaus harmonische
Mittenplatzierung des Fernsehers zwischen zwei Fenstern. Ähnliches gilt natürlich
für Plasma-Displays, Aufsichts-Projektoren und Leinwände, die von LCD-Projektoren
beleuchtet werden. Boxen klingen - von Fensterflächen weg gedreht - klirrärmer.
Die Grundbasis einer guten Multimedia-Akustik bleibt die klassische HiFi-Aufstellung:
Zwischen den beiden Boxen, welche mit der die Sitzbank der Hörer/Seher ein gleichseitiges
Dreieck bilden, steht der Fernsehapparat (mit einem eigenen Center-Lautsprecher
bei Surround-Betrieb).
Schon die Stereo/2.0-Aufstellung, dann erweitert auf Center/3.0 bringt - gute
Boxen voraus gesetzt - bei Musik wie bei Filmen einen gesteigerten, kino-ähnlichen
Klangeindruck; dieser lässt sich mit mindestens zwei weiteren Boxen zum Rundum-Sound
(5.0), mit einem Subwoofer zur bekannten "5.1"-Aufstellung (Dolby Digital, dts)erweitern.
Ungehinderte Licht- und Schallwellen
Wenn man den Augen ungehinderte Sicht auf den Bildschirm
gönnt, dann gilt das selbe für Ohren und Boxen. Ein Grünpflanzen-Urwald vor
Boxen wirkt sich ebenso klangschädigend aus wie gnädig vorgezogene Vorhänge
oder abschottende Polster-Möbel. Holzböden sind solchen aus Marmor, Stein oder
Ziegeln vorzuziehen; Teppichböden dämpfen üblicherweise sehr den Sound ab.
Akustisch kann man sich helfen, in dem man hallende, leere Zimmer durch Wand-Elemente
auflockert (etwa Regale mit Bücher, CDs, dazu Bilder; aber keine Wand-Teppiche)
und überdämpfte durch reflektierende Flächen hinter den Frontboxen(!) vitalisiert.
Eines der großen Akustik-Geheimnisse lautet: Den Schall nicht bloß ausklingen,
sondern möglichst verteilt reflektieren lassen - ähnlich, wie es in guten Konzertsälen
passiert.
Es ist auch so, dass die meisten Lautsprecher erst in einer gewissen Entfernung
von Wänden oder auch völlig freistehend ihren Best-Klang liefern; wenn es sich
also nicht um ausdrücklich für wandnahe Aufstellung/Aufhängung bestimmte Boxen
handelt, dann erweisen sich Entfernungen von 50cm bis 1m vom Lautsprecher zur
Wand als hilfreich. Die Elektronik muss im Zeitalter der Fernbedienungen nicht
unbedingt in Griffnähe stehen, aber spezielle Aufstelltische/Racks/HiFi-Möbel
sind allen Holzkisten aus Mobelmärkten vorzuziehen, weil sie auch jene schädlichen
Vibrationen ableiten, die in elektronischen Geräten entstehen.
Um seinen Fußboden braucht niemand Angst zu haben: Standboxen sind heute dank
intelligenter Spike-Konstruktionen schonendst auf Parkettböden zu stellen.
Fortsetzung nächste Woche: Das optimale Audio-Zimmer