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Modest Mussorgsky

Arr. Rimsky-Korsakow:
Eine Nacht auf dem kahlen Berge

Lorin Maazel, Cleveland Orchestra

Arr. Rimsky-Korsakow:
Eine Nacht auf dem kahlen Berge

Arr. Ravel:
Bilder einer Ausstellung

Aufnahme: Digital/Soundstream zu DSD. Am 20. Oktober 1978 im Masonic Auditorium von Cleveland, USA
Tonmeister: Jack Renner
DSD-Mastering: Mark Robertson-Tessi, Paul Blakemore

Telarc/Musica SACD-60042 (Super Audio CD; Hybrid: auch als CD abspielbar)*

Mit dieser SACD erlebt man Digital-Geschichte hautnah. Wenn auch Denon in Japan schon früher mit Digitaltechnik (noch in 14-Bit) begonnen hatte, so bewiesen erst diese Aufnahmen aus Cleveland, die im neuen Soundstream-Verfahren entstanden waren, zu welcher Qualität "Digital" auflaufen konnte. Selbst, wie damals anfänglich üblich, nur auf Vinyl nachzuhören; die CDs kamen erst vier bis fünf Jahre später.
Soundstream war eine Entwicklung des amerikanischen Digital-Pioniers Dr. Tom Stockham, bei der die 16-Bit-Digitaldaten auf einer Festplatte gespeichert wurden. Auch das Editiersystem war revolutionär, weil es Tricks ermöglichte, die kein bandgestütztes System erreichte.
Die digitale Taktfrequenz war - ungleich allen heutigen Normen - auf 50 kHz festgelegt worden. Genau diese 50.000 Abtastvorgänge pro Sekunde und die damit verbundenen 25-kHz-Obertöne von Instrumenten ließen es Telarc verführerisch scheinen, einige der damals entstandenen Aufnahmen auf DSD zu überspielen und auf SACD neu herauszubringen.
CD schneidet bekanntlich die obersten Frequenzen bei etwa 20kHz ab, was Klangfarben ein bisschen an Schönheit und Leuchtkraft nimmt. Eine 50-kHz-Abtastrate dagegen sorgt nicht nur für mehr Nuancen und 3-D-Wirkung, sondern dank einfacherer Filter auch für ein feineres Timbre. Da DSD und damit die SACD Frequenzen bis 100 kHz abbilden kann, war ausreichend Platz für die Soundstream-Daten vorhanden.
Telarc nutzte für die Überspielung einen Sample-Rate-Converter "972" der englischen Studiofirma dcs plus eigene Software, um allein in der digitalen Ebene die 50-kHz-Abtastrate verlustfrei auf die 2,8MHz von DSD zu bringen.

Satt und gewaltig wie im Konzertsaal
Von allen damaligen Aufnahmen wecken die beiden Mussorgsky-Bearbeitungen das meiste Interesse. Nach immerhin 23 Jahren können sie gut mit Neuproduktionen mithalten. Entgegen den später etwas auf effektvolle Brillanz getrimmten Einspielungen wirken diese frühesten Beispiele satt, gewaltig und Konzertsaal getreu.
Sie mögen einen fürs erste nicht gleich durch einen Effekt-Sound aus dem Sessel zu blasen, sind auch noch etwas vorsichtiger vor Digital-Null ausgesteuert, aber wenn etwa die Hexe Baba-Yaga ihre Hütte springen lässt, dann donnert die große Trommel Ehrfurcht gebietend aus dem Hintergrund. Die Geigen sind streichelweich, und auch die Bläser, die auf manchen CDs so grell blitzen können, besitzen hier eine Fülle und Pracht, wie man sie selbst im Konzertsaal selten erlebt.
Ich gebe zu, dass die neuen SACDs und selbst ihre CD-Schicht die "alten" CDs locker an Transparenz und Fluss der Musik übertrifft. Wer auf der Suche nach bekannten Stücken in demoreifer Qualität ist, darf beruhigt zugreifen.


Ludwig Flich

* SACDs werden in der Startphase noch nicht in allen Läden aktiv beworben. Deshalb geben wir die Bestellnummer und den Vertrieb genau an, damit Sie die SACDs bei Ihrem Händler ggf. bestellen können.