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McCoy Tyner with Stanley Clarke and Al Foster
McCoy Tyner (p)
Stanley Clarke (b
Al Foster (dr)
Aufnahme: Digital/DSD. Von 27. bis 28. April 1999 im Clinton
Recording Studio "B",
New York, USA.
Tonmeister: Robert Friedrich
Telarc/Musica CD-83488-SA (Super
Audio CD; Hybrid: auch als CD abspielbar)*
John Coltrane war der Meister, und McCoy sein Pianist. Es
dauerte eine Zeit, bis sich der Newcomer von der fünfjährigen Zusammenarbeit
(1960 bis 1965), dem gemeinsamen Suchen nach immer dichteren harmonischen und
melodischen Komplexen, künstlerisch frei gespielt hatte.
Dann aber entwickelte er sich zum einfallsreichen, kraftvoll zupackenden Künstler.
Rhythmus und Dynamik wurden mit zum Markenzeichen seines symphonischen Stils,
mit dem er sich auch in Bigband-Besetzung zu behaupten wusste.
Der Verfechter eines reinen, natürlichen Klavierklangs blieb aber durch sein
reiches Repertoire an sanften Zwischentönen auch einer der wichtigsten Kommunikatoren
mit dem Jazz-Publikum. Nach vielen Jahren bei den Traditions-Labels Impulse
und Blue Note und einem Zwischenstopp bei den Chesky-Brüdern, tat sich McCoy
Tyner mit dem audiophilen US-Label Telarc zusammen.
Die Technik stellte einen wahrlich kulinarischen Sound zur Verfügung, und die
Produzenten gewährten dem Pianisten weitgehende Freiheit bei der Auswahl der
Titel - sieben stammen von Tyner selbst - und seiner berühmten Sidemen.
Entstanden ist ein sehr angenehmes Album, das von der Coltrane beeinflussten
Startnummer "Trane-like") bis hin zu Blues und karibischem Latin-Flair
reicht.
Tyners Harmonien und Improvisationen besitzen eine Geschmeidigkeit, die von
Foster - an einem extrem transparent aufgefächerten Schlagzeug - und von Clarke,
der einmal auch einen sehr funkigen E-Bass schwingt, perfekt aufgegriffen werden.
Der massive Steinway steht im Zentrum
Die Aufnahme lässt keine Zweifel, wer im Mittelpunkt steht, und der massive
"Hamburg Steinway D#250" lässt seine Harmonien im ganzen Zimmer schwingen.
Hier wurde einmal nicht versucht, wie etwa einst bei den bekannten MPS-Aufnahmen
von Oscar Peterson, ein extrem knorriges, vor allem auf Bass und Höhen zugeschnittenes
Power-Piano zu tricksen, sondern hier hört man sonore Mitten.
Dazu bieten die schönen Metall-Impressionen vom Schlagzeug links, etwa bei Beckenschlägen,
wirklich schimmernde Highlights, und auch der swingende Bass rechts kann melodisch
gut verfolgt werden.
Die elf Tracks - Tyners "I Want To Tell You 'Bout That" in zwei spannenden
Versionen (Clarke einmal mit e-bass, dann mit akustischem Bass) - bieten eine
gute Mischung aus akkord-betontem, perkussions-artigem Stil und der bei McCoy
Tyner oft unterschätzten Qualität, Musik mit leichtem, delikatem Anschlag wonniglich,
ja romantisch, ausschwingen zu lassen. "Never Let Me Go" (Track 3)
etwa ist eine wunderbar sanfte Ballade voll Lyrik, und in "Once Upon A
Time" (Track 2) können Sie versuchen, einen synkopierten Walzer mit zu
tanzen.
Ludwig Flich
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