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Die best(klingend)e Mahler-Aufnahme des Jahres:
Ermittelt beim Internationalen Schallplattenpreis für Gustav-Mahler-Aufnahmen
"Toblacher Komponierhäuschen" 2002
Symphonie Nr. 5
Benjamin Zander, Philharmonia Orchestra
Aufnahme: Digital/DSD. Am 7. bis 10. August 2000 im Watford Colosseum, Watford, England Tonmeister: Jack Renner
Editoren: Thomas C. Moore (Stereo), Matthijs Ruijter (Surround)
Masterung: Michael Bishop und Robert Friedrich
Telarc/Musica 2SACD-60569 (Super Audio CD; Hybrid: auch als CD abspielbar)
SACD sowohl in Stereo als auch in MultiChannel abspielbar
Mit Bonus-CD: Benjamin Zander erklärt mit Musik-Beispielen Mahlers "Fünfte"
Des weiteren in der Final-Runde:
Symphonie Nr. 6Michael Tilson-Thomas, San Francisco Symphony Avante/Musikwelt 821916-0001-2 (2 SACDs/Hybrid-MultiChannel) (Musikwelt: Tel: 0049-251-265044) |
Symphonie Nr. 2plus "Todtenfeier" Melanie Diener (sop), Petra Lang (mezzo), Prager Philharmonischer Chor; Royal Concertgebouw Orchestra, Riccardo Chailly Decca 470 283-2 (2 CDs) |
Toblich ist nicht nur ein Erholungsort im östlichsten Teil von Südtirol. In diesen Winkel des Hoch-Pustertals - unterhalb des dräuenden Bergmassivs der "Drei Zinnen" - zog sich Gustav Mahler in den letzten Sommern seines Lebens zurück. Auf einem nahe gelegenen Bauernhof - genauer: in einem dafür konstruierten "Komponierhäuschen" - komponierte er u.a. die "Achte Symphonie". Schon seit mehr als 20 Jahren hat eine rührige Organisation des berühmten Gastes gedacht und ein jährlich im Sommer statt findendes Musik-Festival eingerichtet.
In diesem Umfeld lässt auch Deutschlands bekannter Musikschriftsteller und CD-Rezensent Attila Csampai Zunftgenossen aus aller Welt über die besten und bestklingenden Mahler-Aufnahmen des vergangenen Jahres abstimmen. Heuer scharten sich um ihn Musikkritiker aus Deutschland, Luxemburg und Österreich - letzterer in Gestalt Ihres "Audio-Docs".
Das Terrain war gerade bei den aktuellen Aufnahmen steinig, gab es doch zumindest drei Anwärter auf den Ersten Preis, die auch klanglich nach den Sternen griffen.
Immerhin stellt "Mahlers Klangregie" einen Prüfstein für jedes Aufnahme-Team dar, da die vielfach verwobenen Melodien und die extremen Dynamikunterschiede entdeckt und wiedergegeben werden müssen.
Bei Mahler kann man davon ausgehen, dass nur der beste Platz in einem Konzert jene Informations-Fülle bietet wie eine gute Platte. Wenn die Stereophonie diese gewaltige Musik emanzipiert hat (und zu seiner Verbreitung beitrug), so hat die Digital-Technik noch den Grad der Realistik erhöht.
So beeindruckend die Kontrabässe am Beginn der "Zweiten" bei Chailly im Concertgebouw Saal auch grunzen, wie markig die Pauke auch den zweiten Satz markiert, so sehr führen beide DSD-Aufnahmen für die SACDs noch weiter.
Die dritte Dimension
Vor allem in der Flüssigkeit des Vortrags und der leichteren Erkennbarkeit von Motiven sind sie der jeweiligen CD-Version überlegen. Besitzen Sie nun sogar einen der neuen MultiChannel-Player plus die passend aufgestellten Lautsprecher, so verwandelt sich das Zimmer in einen idealen Konzertsaal, der Details förmlich aus der dritten Dimension auf uns zulenkt.
Wenn auch die "Sechste" aus San Francisco unter dem Schock des Tags davor verübten Terroranschlags auf das WTC in New York zu stehen scheint, so vermittelt die Aufnahmetechnik - mit deutschen Gurus wie dem Tonmeister Peter Laenger und dem Produzenten Andreas Neubronner - nicht jenes überwirkliche Spektakel wie die "Fünfte" aus der Telarc-Produktion.
Hier scheinen Mahlers Noten genial in Töne verwandelt zu sein, und gerade in der Räumlichkeit wie der Durchsichtigkeit, von der Klangpracht ganz zu schweigen, dürfte diese SACD die wahrscheinlich beeindruckendste Symphonie-Aufzeichnung des aktuellen Katalogs sein. Schön, dass sie bei uns schon vor vielen Monaten empfohlen wurde.
Wer nach einer Demo-SACD mit allen Dynamik-Exzessen und dazu eine hochklassige Interpretation sucht, ist mit dieser Aufnahme bestens beraten. Ludwig Flich
PS: Weitere Gustav-Mahler-Preise gingen an
Maestro Claudio Abbado für sein jahrzehntelanges Wirken auch als Mahler-Interpret
Und in der Kategorie "Historische Aufnahmen" an die Firma Naxos
Für ihre klanglich geglückte Wieder-Veröffentlichung (digitale Aufbereitung) jener
Schellacks der "Neunten", die im Jänner 1938 im Musikverein aufgezeichnet worden war.
Bruno Walter dirigiert die Wiener Philharmoniker.
Naxos/Gramola 8.110852 (natürlich mono)
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