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Duke Ellington Meets Count Basie
Duke Ellington (p),
Count Basie (p) und ihre Big Bands, u.a. mit
Johnny Hodges (a-sax),
Thad Jones (tr),
Paul Gonsalves (t-sax),
Billy Strayhorn (p),
Sam Woodyard (dr).
Aufnahme: Analog. Am 6. und 7. Juli 1961 im Columbia Studio/30th
Street, New York, USA
Tonmeister: Tim Geelan (Produzent: Teo Macero)
Re-Masterung: Phil Schaap und Debra Parkinson in den Sony Music Studios, New
York; SACD-Ingenieur: Mark Wilder
Columbia/Sony Music CS 65571 (Super Audio CD; Single Layer)*
Sony Music war zuerst die fleißigste Veröffentlichungs-Firma,
aber sie setzte zu 99 Prozent auf historische Überspielungen. Darunter befinden
sich einige echte "Meisterwerke", wie etwa die vorliegende SACD, welche
das legendäre Treffen der herzoglichen und gräflichen Big Bands verewigte.
Das Cover ist keine grafische Meisterleistung. Um sie rankt sich die kuriose
Anekdote, nach der Count Basis Manager den ursprünglichen Entwurf, der eine
Schlacht zwischen dem Duke und den Count darstellte, kurz entschlossen ins WC
warf, und Columbia daraufhin mit der vorliegenden Gestaltung auf den Markt kam.
Schlacht sollte es keine sein, sondern eine Verschmelzung zweier Stile. Witzig
ist auch - und hier erstmals "live" nachzuhören, wie der Duke bei
"Take The A Train" den Count sucht, der sich verdünnisiert hat, und
sein Part dann vom Komponisten-Pianisten Billy Strayhorn übernommen wird.
Ich mochte diese kritische Aufnahme immer schon und verwendete eine der vitalsten
Nummern, "Jumpin' At The Woodside", als Startnummer der zweiten CD
der Sony-ES-Collection. Swing pur und eine breitbandig aufgefächerte Klangbühne
mit den Counts links und den Dukes rechts befriedigte den Spieltrieb aller Stereo-Besitzer.
Dazu gelang es dem Aufnahme-Team, den Wald von Mikrofonen so zu platzieren,
dass nicht nur die Breite, sondern auch die Tiefe des Studios gut ausgeleuchtet
wird, womit ein wirklich realistisch-dreidimensionale Groß-Formation vor einem
aufspielt.
Eine dynamische Fundgrube
Die SACD ist eine wahre Fundgrube an Information und an neu entdeckten Tracks,
ergänzt zudem einige Stereo-Tracks um bisher unveröffentlichtes Material und
klingt einfach dynamischer und satter als die CD.
Die Klaviere von Count Basie wie von Duke Ellington besitzen mehr Körperhaftigkeit,
und das massive Blechangebot beider Bands kommt mit einem gewissen Schimmer
aus den Boxen. Die Technik experimentierte offenbar immer wieder mit anderen
Positionen für die Musiker und die Mikrofone, und so spielt einmal das Schlagzeug
in der Mitte, dann wieder auf beiden Seiten, und auch die Solisten sind ein
bisschen unterstützt ins Hörbild gerückt.
Musikalisch zeigt diese Disc beide Bands in Hochform, und manche Track wie "To
You" besitzen eine Fülle der Harmonien, eine Sattheit des Fundaments, dass
man sich entspannt zurück lehnen kann. Kaum glaublich, dass so ein Sound vor
40 Jahren eingefangen wurde, begeisternd, dass wir ihn heute - trotz aller Band-Alterung
(ganz feinsinnige Hörer werden vor manchen Klaviersoli nur ganz minimale Vorechos
entdecken) - in derartiger Qualität genießen können.
Gerade auch das Bonus-Material und die Texte bieten wirklich profunde Ergänzungen
zum Bekannten, so dass diese Disc Teil jeder SACD-Sammlung sein sollte.
Ludwig Flich
| * SACDs werden in der Startphase noch nicht in allen Läden aktiv beworben. Deshalb geben wir die Bestellnummer und den Vertrieb genau an, damit Sie die SACDs bei Ihrem Händler ggf. bestellen können. |