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Paul Dukas
Fanfare & poème dansé "La Péri"
Symphonie en Ut (in C-Dur)
L'Apprenti sorcier (Der Zauberlehrling)
Jesus López-Cobos, Cincinnati Symphony Orchestra
Aufnahme: Digital/DSD. Am 31. Jänner
und 1. Februar 1999 in der Music Hall, Cincinnati, USA.
Tonmeister: Michael Bishop
Telarc/Musica CD-80515 (Super Audio CD; Hybrid: auch als CD abspielbar)*
Was wäre wohl passiert, wenn Micky Maus
nicht als "Zauberlehrling" in "Fantasia" auch Musikfreunde
überzeugt hätte? Dann wäre heute Monsieur Dukas eine Notiz im Katalog. So aber
kam er über einen Film zu spätem Ruhm.
Der Soundtrack zum Besenstiel-Drama nach Goethe stammte nämlich gänzlich aus
Dukas' "Musikalischem Spaß", und Disney schaffte eine wirklich einmalige
Übereinstimmung zwischen Musik und Zeichentrick. Dukas war plötzlich ein Hit.
Andererseits war diese Bekanntheit auch ein Fluch, denn "Dukas - wer?"
mündete immer nur in die Antwort: "Ah, der mit der Maus" oder im besten
Fall in "Der Zauberlehrling".
Der aus Paris stammende Komponist Paul Dukas (1865 - 1935) war auch Konzertkritiker,
Professor und Musik-Wissenschaftler, der selbstkritisch viele seiner Werke zurück
hielt, ja gegen Ende seines Lebens auch etliche vernichtete. Er lebte in der
klassisch-französischen Tradition (mit ihre "Ur-Vater" Louis van Beethoven),
was viele seiner Werke wie eine Mischung aus César Franck und Claude Debussy,
mit dem er befreundet war, klingen lässt.
Die SACD enthält dankenswerter Weise auch das symphonische Tanz-Gedicht "La
Péri", sein letztes veröffentlichtes Werk, bei dessen Premiere 1912 die
russische Ballerina Natalia Truhanowa die Peri tanzte. Hier zeigt sich der Impressionismus
in voller Blüte, und viele der Klang-Brandungen könnten auch von Debussy stammen.
Die Symphonie in C-Dur (1895) wiederum wurde Dukas' umjubeltes Meisterstück
nach dem Konservatoriums-Studium. In den drei Sätzen zeigt sich das bereits
ausgeprägte Orchestrierungs-Geschick mit hohem Blechanteil und einer gepflegten
Mittelstimmen-Chromatik, welche die Komponisten-Kollegen Franck und Wagner als
Schutzpatrone anruft.
Durchsichtige Darstellung und differenzierte
Dynamik
Jesus López-Cobos und das Cincinnati Symphony Orchestra haben sich etwa mit
Mahler-Symphonien einen respektablen Ruf erwirtschaftet, und auch bei dieser
Zusammenstellung merkt man die gute Orchesterschule, die sich in Cincinnati
befinden muss. López-Cobos ist kein Klangmagier, der Effekte aus den Boxen springen
lässt - es geht ihm offenbar mehr um die klare Darstellung der Struktur und
das Auskosten von klangsinnlichen Momenten.
Dazu sollten Sie die SACD-Schicht (und nur fürs erste den CD-Layer) hören. Denn
da glänzen die Streicher noch seidiger und noch exquisiter, und das massive
Blech hinten blitzt schimmernd vor, ohne zu nerven. Trotz aller spektakulären
Dynamik, die etwa gleich die sehr realistische Fanfare zu Beginn auszeichnet,
oder dann die Axtschläge des verzweifelten Lehrlings, der dem außer Rand und
Band geratenen Besen das Zauberlicht ausblasen will, vermittelt die Aufnahme
glaubhafte Saalwirkung.
Man sitzt quasi auf einem guten Platz im Parkett (vielleicht auf dem Balkon
in der ersten Reihe), nicht allzu nahe am Orchester, erkennt aber doch das Wechseln
der Themen durch die einzelnen Orchestergruppen, wobei sich Solisten nie ungebührlich
in den Vordergrund spielen. Selbst innerhalb einer Gruppe, wie etwa bei den
Blechbläsern in der Péri-Fanfare, kann man genau die einzelnen Musiker erkennen.
Die Durchsichtigkeit bei SACD ist gegenüber der CD deutlich gesteigert; damit
wird auch das Verständnis für diese spätromantische Musik erleichtert. Eine
SACD, bei der man mit jedem Hören neue Einsichten gewinnt.
Ludwig Flich
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