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Benny Waters
"Live at the Pawnshop"
Benny Waters (saxes, voc),
Björn Milder (p),
Göran Lind (b),
Krister Ohlsson (dr),
Göran Stachewsky (g)
Aufnahme: Analog.
Am 27. April 1976 im "Stampen", Stockholm, Schweden.
Tonmeister: Jan-Eric Persson und Carl-Gunnar Franzen
Masterung: Tony Bridge und Jan-Eric Persson in den Sony Whitfield Street Studios London
Opus3/Top-Edition-styria-hifi (Super Audio CD; Hybrid: auch als CD abspielbar)*
Der Jazzfreund mit HiFi-Ambitionen spitzt bei "Pawnshop" die Ohren. Gemeint ist jener "Stampen"-Jazzclub in Stockholm, in dem in den 70er-Jahren einige glückhafte Mitschnitte entstanden, die in die Geschichte aller Hörfreunde alias Audiophilen eingingen.
Wie eben die originale "Live at the Pawnshop" vom 6. und 7. Dezember 1976, die durch ihre livehaftige, geradezu dreidimensionale Clubstimmung zum Kult-Bestand aller HiFi-Sammler gehört. Diese Scheibe gab es als LP, CD, Gold-CD und Super-gemasterte CD.
Der Mitschnitt des amerikanischen Saxophonisten Benny Waters (1902-1998) entstand ein paar Monate früher am selben Ort. Das Aufnahme-Equipment war indes ein anderes: anstatt Nagra ein modifizierter Sony TC-756 Tonbandgerät, anstatt einem Studer-Mixer ein KMG-76, ebenfalls modifiziert. Zwei Neumann KM-84-Mikrofone und vier Shure SM-76 fingen die Stimmung ein, während im Dezember ausschließlich Neumann-Mikrofone tätig waren.
Der "Stampen"-Jazzclub im Herzen von Stockholm war 1968 eröffnet worden. Etwa 80 Leute konnten Platz finden, wobei das Bühnenpodium nur für kleine Combos geeignet war. Produzent Tomas Örnberg hatte beim Jazz-Festival San Sebastian 1973 den damals bereits 72jährigen Saxophonisten Benny Waters wieder entdeckt. Waters, der in den 20er- und 30er-Jahren mit allen Berühmtheiten der New-Orleans-Szene gespielt hatte, so mit Louis Armstrong, Fletcher Henderson und King Oliver, "spielte und sang mit der Intensität eines 25jährigen!" (Örnberg). Örnberg war so begeistert, dass er von da an Waters-Konzerte in Schweden organisierte - und das gleich dreizehnmal.
Vitalisierende Rasanz
Benny Waters Stil zeichnet sich in allen zehn Tracks durch eine vitalisierende
Rasanz aus. Man muss gehört haben, wie virtuos er so schwierige Stücke wie "Cherokee"
(eines seiner Markenzeichen) gestaltet und wie er selbst das uralte "Summertime"
noch mit Ironie und Sinnlichkeit aufbereitet. Und auch der von Waters komponierte
und gesungene Titel "Ziggin' And A Zaggin'" lässt am Ausnahmestatus
dieses jugendlichsten aller Jazz-Opas keinen Zweifel aufkommen.
Die Mitspieler können eines von der ersten Ansage perfekt: swingen, swingen,
swingen. Allein der Klavierspieler am rechten Bühnenrand, Björn Milder, hat
Feuer zwischen seinen Fingern und gibt Gas, was das Zeug hält. Ohlssons Drums
stehen links hinten, und die Becken haben durch die Jahre der Tonband-Lagerung
nichts von ihrer Seidigkeit eingebüßt.
Die Stimmung im Club wie die Action auf der Bühne - mit allen kleinen Dialogen
und dem Einzählen - ist sehr plastisch eingefangen, und vor allem in der SACD-Version
klingt es noch seidiger, noch lässiger, noch selbstverständlicher. Eine tolle,
fuß-belebende Disc, die Sie kennen sollten. Für Pawnshop-Fans ohnehin Pflicht.
Ludwig Flich
Ludwig Flich
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