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Antonio Vivaldi
Concerti op. 8
"Il Cimento dell' Armonia e dell' Invenzione"
Stefano Montanari, Violine; Accademia Bizantina, Ottavio Dantone

als CD:
Arts/Music Partner 47564-2 (Vol. 1) und 47565-2 (Vol. 2)
und als DAD/DVD-Video:
Arts/Music Partner 47572-6

Sie haben ganz richtig gelesen: Diese Aufnahme gibt es in zwei Formaten. Auf zwei CDs oder auf einer DAD (Digital Audio Disc), die sie auf jedem gängigen DVD-Video-Player abspielen können. In den vollen Genuss kommen Sie dann, wenn die Wandler im Player bereits 96kHz-24-Bit-tauglich sind. Aber auch die herunter gerechnete 16-Bit-CD klingt noch immer so hervorragend, dass Sie damit so manche BesucherInnen überraschen können.
Und das Beste: Die DAD, die ihren Speicherplatz anstatt für einen Film nur für Super-Klang und einige Venedig-Standbilder reserviert, ist billiger als die beiden CDs.
Doch zur Aufnahme. Diese entstand im September 1999 im Refektorium San Vitale in Ravenna. Aufnahmeleiter Gian Andrea Lodovici ist ein Italien-weit bekannter Ton-Freak, dem nur das beste Equipment gut genug ist. Hier setzte er vor allem Schoeps-Mikrophone ein, dazu 06/24-A/D-Wandler von Prism Sound und Lake People und versuchte mit kurzen Mikrofonkabeln optimalen Klang zu erhalten.
Und das ist ihm wirklich gelungen. Diese "Vier Jahreszeiten" und dazu alle weiteren acht Vivaldi-Concerti katapultierten sich mit mindestens 192kHz in die Charts der allerbesten Aufnahmen. Bei diesem aufregend offenen, luftigen Sound "ziehen" und "pfeifen" die darmbesaiteten Geigen so richtig, dass es eine wahre Freude ist.
Nach Kremer (Warner), Kennedy (EMI) und Sparf (BIS) - meine bisherigen Favoriten - hatte ich das Kapitel Quattro Stagioni bis auf gelegentliche Pizzeria-Besuche abgehakt.
Weit gefehlt: Hier lässt sich eine Band hören, die Ungewöhnliches zu spielen hat. Die Accademia Bizantina kommt aus Ravenna und hat ihre "Harmonischen Gärtner" und "Galanten Europäer" - zwei ihrer Konkurrenten - genau studiert. Ausdruck und Emotion werden groß geschrieben. Ihre Interpretationen wie die Solostimme wirken wie mediterraner Früh-Jazz, improvisatorisch, spontan, so als hätten die Musiker gerade tintenfeucht die Noten von Vivaldi erhalten. Das macht Spaß und öffnet die Ohren.

Ludwig Flich