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Mark O'Connor
The American Seasons
Strings & Threads Suite
Appalachia Waltz
Mark O'Connor (Violine), Metamorphosen Chamber Orchestra; Scott Yoo
Aufnahme: Digital/DSD. Vom 30. April bis zum 2. Mai 2001 in der Mechanics Hall, Worcester, Massachusetts, USA.
Tonmeister: Richard King
DSD-Editing: Jen Wyler
Sony SK 89660
Mark O'Connor (38) gilt als "Shooting Star" unter den jungen Semi-Klassikern der USA. Seit dem weltweiten Erfolg seiner CDs mit dem Cellisten Yo-Yo Ma und dem Kontrabassisten Edgar Meyer fand der virtuose "Fiddler" ein neues Publikum - jenseits der Folkszene um Nashville.
Der jahrelang auch durch seinen Cowboy&Country-Schnurrbart auffällige O'Connor (siehe noch das Coverbild - neuerdings ist er glatt rasiert) begann auch Crossover zu komponieren, und auf den getragenen, etwas melancholischen "Appalachia-Waltz", der auf dieser CD den Ausklang bildet, folgte bald ein größeres Auftragswerk einer Bank in der Nähe New Yorks: die Jahreszeiten.
Diese "Seasons", mit ihrem bewussten Zusatz "American", wollen jedoch nicht die Evergreens von Vivaldi oder Haydn konkurrenzieren.
Es geht hier nicht um die Jahreszeiten der Natur, sondern um die Jahreszeiten des Lebens. Frei nach Shakespeares "Was ihr wollt" entsprechen die vier Sätze in etwa der Geburt und Kindheit, der Jugend, dem Erwachsenen-Sein und schließlich dem Abgang ins Jenseits.
In den vier Konzerten für einen virtuosen Geiger - natürlich O'Connor höchstpersönlich - plus einem aufmerksamen Streichorchester, werden amerikanische Folk-Erinnerungen mit einem Schuss Jazz-Feeling und manchen klassischen Kompositions-Tricks (Fuge im "Winter" etwa) gut und angenehm gemischt.
Mark O'Connor lernte nicht nur fiedeln, sondern swingte früher auch mit Jazz-Paganini Stephane Grappelli; und nicht zuletzt war er seit langem ein Fan des Geigers Shankar - nicht verwandt mit dem Sitarspieler -, der einst John McLaughlin und Shakti mit indischen Quertönen veredelte. O'Connor ist zwar kein Kennedy oder Kremer, aber ein durch und durch virtuoser Geiger, der sein Anliegen exzellent verkauft (und damit bei seiner "Seasons"-Tournee durch die USA viel Begeisterung einheimste).
Funkelnder und doch entspannter Geigenklang
Die Aufnahme führt das vor, was wir als das Bemerkenswerte bei DSD kennen gelernt haben: reiche Klang-Harmonien, melodische Bindung zwischen den einzelnen Tönen und vor allem eine Entspanntheit, die rund um die Instrumente quasi einen Luftpolster legt.
Marks Geige glänzt und funkelt, ohne zu nerven, und das Kammerorchester kann die Schönheit vielfachen Streicherklangs wirklich ausspielen. Wer wissen will, wo seine Anlage anzusiedeln ist, wird mit dieser Aufnahme viel erfahren.
Klingt es mulmig, sind möglicher Weise die Nachhall-Eigenschaften des Zimmers verbesserungswürdig, klingt es schrill, dann sollte die Kette einige Basis-Checks (Kabelkontakte, CD-Player, Strom) durchlaufen.
Am besten dafür eignen sich die abwechslungsreichen, minutenkurzen Tänze der "Strings & Threads Suite" (Tracks 5 bis 17), weil hier der Geigenklang besonders ausdrucksvoll blüht, und das Kammerorchester - vielleicht auch durch die Orchestrierungs-Mitarbeit von Edgar Meyer - noch geradliniger eingesetzt wird.
Mit nur ein bisschen Fantasie wird man bald glauben, wirklich selbst in einer großen Halle zu sitzen, so relaxt scheint sich der Nachhall auch seitlich der Boxen auszubreiten. Was einmal mehr beweist, dass auch das DSD-auf-CD-Übertragungsverfahren "SBM Direct" erstaunliche Original-Qualitäten transportieren kann. Ludwig Flich
Bei Fragen steht Ihnen gerne Ihr Audio-Doktor Ludwig Flich persönlich zur Verfügung. Email: ludwig.flich@chello.at
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