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Sergio Mendes
Equinox

Sergio Mendes & Brasil'66: Mendes (p, keyb) Lani Hall, Janis Hansen (voc), Jose Soares (perc), Bob Matthews (b), Joao Palma (dr), John Pisano (g).
Aufnahme: Analog. 1967
Tonmeister: Bruce Botnick, Larry Levine
A&M/Universal 828 394 122-2


Astrud Gilberto
The Shadow Of Your Smile

Astrud Gilberto (voc); Orchester, arr. Von Joao Donato, Claus Ogerman und Don Sebesky
Aufnahme: Analog. Am 4. Februar 1965, RCA Studios, und am 21. Oktober 1964, 25. Mai, 3. und 4. Juni 1965 in den A&R Studios, New York, USA
Tonmeister: Phil Ramone
Verve/Universal 314 557 184-2


Ella Fitzgerald
Whisper Not

Ella Fitzgerald (voc); Marty Paich and his Orchestra
Aufnahme: Analog. August 1966.
Tonmeister: Val Valentin
Verve/Universal 314 589 478-2

 

 

 

Anita O'Day
Incomparable!

Anita O'Day (voc); Orchester, arr. Bill Holman
Aufnahme: Analog. 1960.
Tonmeister: Val Valentin
Verve/Universal 314 589 526-2


Was haben diese vier CDs gemeinsam? Zunächst das originale LP-Outfit im CD-Format, dann einen legendären Status, der in vielen Besprechungen diverser Sammlerkreise durch kommt, und nun auch eine vorbildliche 96/24-Überspielung, die einen nur hören und staunen lässt.
Zugegeben, die Orchester-Arrangements sind so richtig für die Stereo-Ära links und rechts aufgeteilt und am Mischpult zurecht gerückt, und gerade über die schlanke, Vibrato-arme Stimme von Astrud Gilberto wie über die Vocals von Lani Hall (der Gattin von Tijuana-Brass-Boss und Sergio-Mendes-Entdecker-Produzent Herb Alpert) haben die Regler-Könige einige Hall-Kübelchen gegossen.
Aber: That's Life; so war eben damals die Philosophie mancher Studios, um Stimmen fülliger und ätherischer schwingen zu lassen (und dieser Trick wird ja mitunter auch heute gern angewandt).
Bossa Nova und die frühe Latin-Begeisterung der "60ties" quillt aus allen diesen Brasil'66-Songs, die Mendes auf "Easy Listening" mit starker Percussion und trommelfell-kitzelnden Harfen und Gitarren um die SängerInnen postierte und meist für US-Ohren anglisierte.
Die junge und immer etwas scheu wirkende Astrud durfte dagegen immerhin auch in ihrer portugiesischen Muttersprache singen. Gegenüber der bisherigen CD-Version stellt gleich der erste Song "The Shadow Of Your Smile" klar, dass hier exzellent überspielt wurde, um so viel sauberer und plastischer klingt es. Auf der Hülle bleibt leider unerwähnt, dass Komponist-Gitarrist Luiz Bonfa höchstpersönlich auf fünf Tracks (3,5,6,7,10) mitspielt.
Über Ella braucht man nicht viele Worte zu verlieren, und auch dieses lange erwartete Album - es gab bisher nur Ausschnitte auf CD - spiegelt ihre Wandlungsfähigkeit und ihr perfektes Timing wider.
Anita O'Day last not least ist heute nur wenigen Jazz-Kundigen ein Begriff, doch auch sie brachte eine so coole wie geschmeidige Note in diese eher anspruchsvollen Songs. Ihre Persönlichkeit - ein super koloriertes Cover mit dem metallisch-grünen Eye-Liner - kommt in diesen duftigen Holman-Arrangements, welche die Stimme nie nieder blasen, sehr gut zur Geltung. Ein spezielles Sechsminuten-Zuckerl ist die (textlose) Scat-Version von "Slaughter on 10th Avenue" - Track 9.
Universal platzierte auch andere CDs in gleicher Pseudo-Vinyl-Aufmachung und Masterung im Markt, darunter mit Stan Getz, Count Basis oder Sarah Vaughan. Und wenn diese Scheiben auch musikalisch durchaus empfehlenswert sind, so beeindruckten mich diese vier hier vorgestellten CDs mit Abstand am meisten.
So gut wie kein Bandrauschen oder Vor-und-Nach-Echos stören die Musik, und wenn es sich nicht um eine geheim gehaltene Filterung (etwa mit Cedar) handelt - Schlagzeug und Gitarren glitzern, dass es eine Freude ist -, so müssen die Bänder über diese 40 Jahre sehr gut gelagert worden sein.
Die LP-Idee ist nicht ganz neu, aber verlockend. Doch müsste Universal eine Lupe beipacken, so klein sind die Original-Texte auf den Hüllen geraten. Wenn sich kein vergrößertes Blatt (mit demselben Text, nur größer) im Inneren verbirgt, so kann man gleich testen, ob man zum Optiker muss.
Bei diesen CD-Innenhüllen heißt es sorgsam und nur am Rand zugreifen, damit die CDs nicht bald unter Fingerabdrücken und Kratzern leiden.
Nicht abschrecken lassen. Bei diesen CDs können Sie sich herrlich entspannen und zudem bestimmt viele Ihrer Freunde mit dem Aufnahme-Alter überraschen. Ludwig Flich