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Manuel De Falla
El Amor Brujo Tänze aus
" El Sombrero de tres Picos "
Igor Strawinsky
L'Oiseau de feu

Grace Bumbry (Mezzosopran in " El Amor Brujo "); Lorin Maazel, Radio-Symphonie-Orchester Berlin

Aufnahme: Analog. Im November 1957 (Strawinsky) und im Juni 1965 (De Falla) in der Jesus-Christus-Kirche, Berlin, Deutschland.
Tonmeister: Werner Wolf (Strawinsky), Günter Hermanns (De Falla)

DG/Universal 447 414-2

Das ist eine jener CDs, mit denen Sie Wetten gewinnen können. Spielen Sie Track 21 (nachdem Sie ihn bitte vorher für sich selbst getestet haben) vor: Der "Höllentanz des Königs Kaschtschej", immer schon eines der großen Klang-Spektakel der Musik, wird Ihren Gästen so um die Ohren fliegen, dass sie Stein und Bein schwören werden, dass die Aufnahme aus den letzten zehn Jahren stammen wird.
1957? Keiner wird es glauben - es sei denn, er kannte schon die Rätsel-Lösung.
Die Dynamik ist einfach gewaltig. Die Impulse sausen so blitzschnell, und das Bandrauschen säuselt so minimal, dass man vor lauter Staunen nicht herauskommt. Die Aufnahme war eine er frühesten der DG in der für ihre Akustik gerühmten Jesus-Christus-Kirche in Berlin (West), und sie war schon in Stereo, was eine Novität darstellte, da Zweikanal-Aufnahmen in Europa gerade erst begannen.

Plastisches, transparentes und räumliches Klangbild

Wir können beinahe wetten, dass es nur wenige Mikrofone gab, vielleicht nur zwei oder drei wie bei den amerikanischen "Living Stereo" oder "Mercury"-Aufnahmen dieser Zeit, was auch das plastische, transparente und räumlich hervorragende Klangbild erklären könnte.
Der klangliche Unterschied zu den acht Jahre später entstandenen De-Falla-Hits ist unerheblich, was die Ausnahme-Stellung des Feuervogel weiter hervorhebt.
Lorin Maazel war für einen Dirigenten geradezu ein Youngster, als er mit 27 den Feuervogel aufnahm, wobei das einstige Wunderkind schon mit sieben Jahren den Taktstock geschwungen haben soll. Er verfügte (schon) damals über ein hohes Maß an Souveränität, wie man ein Orchester gleichzeitig leiten kann und ihm dennoch kreative Freiheit gewährt. Das führte zu jenen bis heute faszinierenden, spontanen Ergebnissen.
Grace Bumbry war damals gerade ein Jahr älter und entwickelte sich zu einer der Lieblings-Sängerinnen von Maestro Karajan. Sie wirkt mit ihrem kehligen, heißen Mezzo wie eine Zauberin, die ihren Liebestrank unter der sengenden Hitze Spaniens wallen lässt.

Ludwig Flich

P.S.1: Diese CD ist zum MidPrice (um ca. 15 €) und mitunter noch billiger in den Shops zu entdecken.
P.S.2: Universal Music übernimmt übrigens keine wie immer geartete Haftung bei zu oftmaligem Genuss dieser Aphrodisiaka.